Lästig bleiben hilft.
Eine interessante Bibelstelle im Zusammenhang mit Kleinparteien findet sich im Lukasevangelium, Kapitel 18, Verse 1 bis 8.
Natürlich wird man mir sagen: „Von Kleinparteien steht dort nichts.“
Das stimmt. Es geht um eine Witwe. Eine Frau, die nicht aufgibt. Immer wieder sucht sie den Richter auf und bittet um Gerechtigkeit. So lange, bis er schließlich entscheidet.
Jesus erzählt dieses Gleichnis, um zu zeigen, dass Beharrlichkeit etwas bewirken kann.
Ich glaube, genau darin liegt auch eine wichtige Aufgabe von Kleinparteien. Sie sind nicht nur Wahlwerber. Sie sind ein Teil der demokratischen Kontrolle. Sie bringen Ideen über Petitionen und Initiativen ein, stellen unbequeme Fragen und weisen auf Missstände hin, die sonst vielleicht übersehen würden.
Gerade weil sie oft nicht die Macht haben, Entscheidungen selbst zu treffen, müssen sie beharrlich bleiben. Immer wieder nachfragen. Immer wieder erinnern. Immer wieder den Finger in die Wunde legen.
Das ist manchmal unbequem. Aber Demokratie lebt nicht nur von Regierungen, sondern auch von Menschen, die bereit sind, kritisch zu hinterfragen und Verantwortung einzufordern.
Vielleicht besteht die wichtigste Aufgabe einer Kleinpartei gar nicht darin, möglichst groß zu werden. Vielleicht besteht sie darin, so lange für ihre Überzeugungen einzutreten, bis man ihnen zuhört.
Was meinst Du dazu?
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