Es gibt Tage, liebe Brüder und Schwestern, an denen Menschen ihre Arbeit nur schwer bewältigen können. Manchmal fehlt die Motivation, manchmal die Kraft und manchmal scheint die Menge der Aufgaben einfach zu groß zu sein. Kann künstliche Intelligenz dabei helfen?
von Hans-Georg Peitl
Arbeit gehört seit jeher zum Leben des Menschen. Bereits im Garten Eden gab Gott dem Menschen eine Aufgabe:
„Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“
1. Mose 2,15
Arbeit ist demnach nicht bloß eine Last. Sie kann Aufgabe, Verantwortung und Dienst sein. Dennoch kennt jeder von uns Tage, an denen die Kraft fehlt oder die Arbeit nicht recht von der Hand gehen will.
Auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind keine Maschinen. Hinter mangelnder Motivation können Überlastung, Krankheit, Sorgen oder persönliche Probleme stehen. Deshalb sollte ein christlicher Unternehmer nicht vorschnell verurteilen, sondern zunächst fragen, warum ein Mensch seine Arbeit gerade nicht bewältigen kann.
Natürlich könnte man sich von einem Mitarbeiter trennen, sobald Schwierigkeiten auftreten. Doch ist es nicht oft besser, miteinander nach einer Lösung zu suchen? Ist es nicht besser, der Mensch bleibt Teil des Betriebes, ist erreichbar und kann entsprechend seinen Möglichkeiten mitarbeiten, anstatt dass er sich vollkommen zurückzieht?
Jesus erzählt in Matthäus 20 von einem Hausherrn, der mehrmals auf den Marktplatz hinausgeht, um Arbeiter für seinen Weinberg zu suchen. Er geht um die dritte, sechste und neunte Stunde hinaus und schließlich sogar noch um die elfte Stunde.
„Geht ihr auch hin in den Weinberg; was recht ist, will ich euch geben.“
Matthäus 20,4
Der Hausherr sucht Menschen und gibt ihnen eine Aufgabe. Er betrachtet sie nicht als überflüssig, nur weil sie nicht schon seit dem frühen Morgen im Weinberg stehen.
Auch heute sollten wir nicht zuerst überlegen, wie wir Menschen aus einem Betrieb entfernen können. Wir sollten vielmehr danach fragen, wie wir ihnen helfen können, ihre Aufgaben wieder besser zu erfüllen.
Hier kann künstliche Intelligenz zu einer wertvollen Arbeitserleichterung werden.
Sie kann Informationen ordnen, Texte vorbereiten, Fehler suchen, Berechnungen übernehmen und bei wiederkehrenden Aufgaben helfen. Dadurch kann sie Menschen Zeit und Kraft schenken. Diese können sich dann stärker jenen Aufgaben widmen, bei denen menschliche Erfahrung, Kreativität, Gewissen und Nächstenliebe erforderlich sind.
Die KI ersetzt jedoch weder das Gewissen noch die Verantwortung des Menschen. Sie kennt Gottes Gebote nicht aus eigenem Glauben und kann nicht für ihre Entscheidungen vor Gott einstehen. Sie bleibt ein Werkzeug.
Entscheidend ist daher, in wessen Hand dieses Werkzeug liegt und wofür es eingesetzt wird.
Ein Hammer kann ein Haus errichten oder etwas zerstören. Ebenso kann KI dazu verwendet werden, Menschen unter Druck zu setzen und Arbeitsplätze einzusparen. Sie kann aber auch dazu dienen, Belastungen zu verringern und Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Die Bibel fordert uns auf:
„Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen.“
Kolosser 3,23
Dieser Anspruch gilt auch dann, wenn wir moderne Technik einsetzen. KI darf nicht dazu führen, dass der Mensch seine Verantwortung abgibt. Sie sollte ihm vielmehr helfen, seine Aufgaben gewissenhaft und mit neuer Freude zu erfüllen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Welche Menschen können wir durch künstliche Intelligenz ersetzen?“
Sondern:
„Wie können wir künstliche Intelligenz einsetzen, damit Menschen ihre von Gott gegebenen Fähigkeiten besser entfalten können?“
Wenn KI dem Menschen dient, ihm mühsame Arbeiten erleichtert und wieder Raum für Kreativität, Mitgefühl und persönliche Begegnung schafft, kann sie ein hilfreiches Werkzeug sein.
Nicht die Technik bestimmt, ob daraus Gutes oder Böses entsteht. Darüber entscheidet der Mensch, der sie verwendet – und der für seinen Umgang damit vor Gott Verantwortung trägt.




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