Wenn Drohungen ihre Wirkung verlieren

Manche Menschen glauben, sie könnten andere mit Druck und Drohungen zum Nachgeben bewegen. Doch dann begegnen sie einem Menschen, der sich nicht einschüchtern lässt. Plötzlich ändern sich die Kräfteverhältnisse.

von Hans-Georg Peitl

Es gibt Grenzen, die wir im Normalfall nicht überschreiten wollen. Wir möchten Streit vermeiden, friedlich miteinander umgehen und Probleme im Gespräch lösen. Das ist vernünftig und richtig.

Manche Menschen verwechseln Friedfertigkeit jedoch mit Schwäche.

Sie glauben, sie könnten Forderungen stellen, Druck ausüben oder sogar drohen – und der andere werde schon nachgeben. Dabei übersehen sie, dass sie möglicherweise nicht den Schwächeren gefunden haben, sondern jemanden, der sich schlicht nicht bedrohen lässt.

Und dann wird die Sache für denjenigen unangenehm, der mit dem Druck begonnen hat.

Denn plötzlich führt eine Drohung nicht zum erwarteten Kleinbeigeben. Stattdessen kommt eine sachliche Gegenforderung:

Halten Sie den Vertrag ein. Erfüllen Sie Ihre Zusagen. Erklären Sie, weshalb vereinbarte Termine versäumt wurden. Legen Sie offen, was tatsächlich geschehen ist.

Wer glaubte, einen anderen Menschen über den Tisch ziehen zu können, muss auf einmal selbst erklären, weshalb er seine Verpflichtungen nicht erfüllt hat.

Genau das ist häufig der beste Weg im Umgang mit Druck: ruhig bleiben und zeigen, dass man sich nicht fürchtet.

Das bedeutet weder Gewalt noch Aggression. Es bedeutet auch nicht, den anderen anzuschreien oder persönlich anzugreifen. Konsequenz zeigt sich vielmehr darin, bei den Tatsachen zu bleiben, Vereinbarungen einzufordern und sich nicht durch neue Behauptungen vom eigentlichen Thema ablenken zu lassen.

Jesus sagte:

„Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“
Johannes 16,33

Jesus versprach seinen Nachfolgern nicht, dass es niemals Schwierigkeiten geben werde. Er sprach vielmehr davon, dass man trotz der Schwierigkeiten Frieden und Zuversicht bewahren kann.

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu kennen. Mut bedeutet, sich von der Angst nicht beherrschen zu lassen.

Was kann geschehen, wenn wir für eine gerechte Sache eintreten? Vielleicht verlieren wir Geld, Zeit oder eine vermeintliche Chance. Vielleicht beendet jemand eine Zusammenarbeit oder versucht, uns öffentlich schlechtzumachen.

Doch wer aus Angst vor Drohungen auf sein Recht, seine Überzeugung und seine Würde verzichtet, verliert möglicherweise weit mehr.

Deshalb ist es manchmal notwendig, ruhig und deutlich zu sagen:

Ich fürchte mich nicht. Ich werde nicht drohen und niemals gewalttätig werden. Aber ich werde konsequent bleiben. Verträge sind einzuhalten, Zusagen sind zu erfüllen und Ungerechtigkeit darf beim Namen genannt werden.

Denn wer das Recht auf seiner Seite glaubt, braucht keine Drohungen. Er braucht Tatsachen, Geduld und den Mut, standhaft zu bleiben.

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About OM-Pastor Hans-Georg Peitl

.) Herausgeber des Liberalen Boten .) ist Bundesvorsitzender der Plattform Obdachlose (PO) .) Präsident des Plattform Obdachlose - Presseclubs (POP) .) Seniorpastor der Living hands .) Rektor des Instituts Für Christliche Forschung (IFCF) Sitz: Haskovo/Bulgarien .) Autor zahlreicher Freimaurer-Bücher
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