Ganz ehrlich, Freunde. Manchmal weiß man wirklich nicht mehr, ob man lachen oder den Kopf schütteln soll.
Da scheint meinen Kritikern inzwischen nichts Besseres mehr einzufallen, als mich selbst zur künstlichen Intelligenz zu erklären.
Ja, richtig gelesen. Ich soll also eine KI sein!
Eine KI, die bereits 2017 als Spitzenkandidat der Obdachlosen in der Politik (ODP) bei der Nationalratswahl antrat?
Eine KI, über deren politische und gesellschaftliche Tätigkeit man bereits seit Jahren öffentlich nachlesen kann?
Und eine KI, die heute ganz offiziell als Bundesvorsitzender der österreichischen Partei Plattform Obdachlose (PO) im Parteienregister des Bundesministeriums für Inneres eingetragen ist?
Offizieller Parteienregisterauszug – PO, Registerzahl 501314
Nun, Freunde, wenn künstliche Intelligenz inzwischen österreichische Parteien leitet, bei Wahlen kandidiert und Gewerkschaften für KI-Künstler gründet, dann wäre die technische Entwicklung tatsächlich schon erstaunlich weit fortgeschritten.
Aber Spaß beiseite.
Wann wird aus Kritik eigentlich die persönliche Herabwürdigung eines Menschen?
Seit Wochen beschäftige ich mich mit der Frage, wie KI-Künstler behandelt werden. Warum ihre Leistungen häufig grundsätzlich infrage gestellt werden und weshalb man ihnen manchmal sogar die Eigenschaft als Künstler abspricht.
Genau deshalb haben wir innerhalb der Plattform Obdachlose eine Gewerkschaft beziehungsweise Interessenvertretung für KI-Künstler ins Leben gerufen.
Nicht, um Maschinen zu schützen.
Sondern um Menschen zu schützen, die mit diesen Maschinen arbeiten.
Und nun stellt sich eine bemerkenswerte Frage:
Wenn jemand einen Menschen, der sich für KI einsetzt, selbst als KI bezeichnet, was soll damit eigentlich erreicht werden?
Soll seine Glaubwürdigkeit beschädigt werden?
Soll seine Arbeit lächerlich gemacht werden?
Oder soll ihm damit indirekt abgesprochen werden, dass hinter seinen Leistungen überhaupt noch ein Mensch steht?
Ich weiß nicht, welche Absichten einzelne Kritiker tatsächlich verfolgen. Und selbstverständlich darf jeder Mensch KI, ihre Anwendungen und auch meine Arbeit kritisieren.
Aber Kritik sollte sich mit Argumenten beschäftigen und nicht mit der Abwertung der Person.
Denn ein Mensch hört nicht auf, Mensch zu sein, nur weil er künstliche Intelligenz verwendet.
Und genau hier liegt für mich das gesellschaftliche Problem.
Wir diskutieren darüber, welche Rechte KI haben sollte, während wir gleichzeitig Gefahr laufen, die Rechte und Leistungen jener Menschen aus den Augen zu verlieren, die mit KI arbeiten.
Wer KI-Musiker, KI-Autoren oder KI-Grafiker pauschal als bloße Maschinenbediener abwertet, übersieht ihre menschliche Arbeit.
Und wer einen Menschen gar selbst zur KI erklärt, sollte sich fragen, ob er noch über Technologie diskutiert oder bereits über die Würde seines Gegenübers.
Denn die Menschenwürde hängt nicht davon ab, welche Werkzeuge ein Mensch benutzt.
Deshalb meine Frage:
Wenn die Ablehnung künstlicher Intelligenz so weit geht, dass sogar ihre menschlichen Anwender als KI bezeichnet werden, wo endet dann die Technologiekritik und wo beginnt die Entmenschlichung?
Was meint Ihr?




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