
Es ist überraschend, liebe Freunde, wenn mir Gott an diesem Neustarttag einer pietistisch-humanistischen Gemeinde, einer überkonfessionellen Evangelisationsbewegung, in Wien, der alte Seniorpastor geht der neue kommt, gerade den Philipperbrief im Kapitel 1 ab dem Vers 12 bis 25 ans Herz legt. Eine Stelle, in welcher es um die allgemeine Verkündigung aber auch die Frage des Paulus geht, ob es besser ist, Gott hier zu dienen, oder bereits bei diesem zu sein.
Es ist ein Brief, den Paulus aus der Gefangenschaft heraus schreibt und welchen er an die Brüder und Schwestern, nicht die Gemeindeleitung in Philippi adressiert. Welche er dazu auffordert, das Evangelium zu verkünden. Die erste Laienbewegung. Ein Brief aber auch, in dem es Paulus um die persönliche Beziehung zwischen uns und Jesus Christus geht.
Phil 1, 12 Ich lasse euch aber wissen, Brüder und Schwestern: Wie es um mich steht, das ist zur größeren Förderung des Evangeliums geschehen. 13 Denn dass ich meine Fesseln für Christus trage, das ist im ganzen Prätorium und bei allen andern offenbar geworden, 14 und die meisten Brüder in dem Herrn haben durch meine Gefangenschaft Zuversicht gewonnen und sind umso kühner geworden, das Wort zu reden ohne Scheu. 15 Einige zwar predigen Christus aus Neid und Streitsucht, einige aber auch in guter Absicht: 16 diese aus Liebe, denn sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums hier liege; 17 jene aber verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie möchten mir Trübsal bereiten in meiner Gefangenschaft. 18 Was tut’s aber? Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber. Aber ich werde mich auch weiterhin freuen; 19 denn ich weiß, dass mir dies zum Heil ausgehen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi, 20 wie ich sehnlich erwarte und hoffe, dass ich in keinem Stück zuschanden werde, sondern dass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. 21 Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. 22 Wenn ich aber weiterleben soll im Fleisch, so dient mir das dazu, mehr Frucht zu schaffen; und so weiß ich nicht, was ich wählen soll. 23 Denn es setzt mir beides hart zu: Ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; 24 aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen. 25 Und in solcher Zuversicht weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen sein werde, euch zur Förderung und zur Freude im Glauben, 26 damit euer Rühmen in Christus Jesus größer werde durch mich, wenn ich wieder zu euch komme.
Paulus spricht in diesem Brief die Brüder und Schwestern als Verkündiger an. Und auch mich und meine Frau hat man hart kritisiert, als wir bekanntgaben, die Arbeit von Franz Steip fortzusetzen. Weil uns, nun so wird es behauptet, die Ausbildung fehlt.
Die Ausbildung wozu? Zum Verkündigen des Reich Gottes? Ja, ist denn unsere Bibel nur an ganz bestimmte Menschen gebunden. So wie Demokratie heute angeblich nur noch eine Angelegenheit der Firmenchefs ist. So die Antwort, wenn ich nach Unterschriften auf die Petitionen für Obdachlose frage.
Hat uns Jesus nicht erklärt:
Mt 12,30 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
Wer also nicht sammelt, der zerstreut. Und der wäre gegen Jesus. Nicht nur die ausgebildeten Theologen. Alle.
Man hat uns also vorgehalten, dass ich mit einer Bibelschule Schloss Klaus und 2 Jahren Templerakademie in Hainburg, da ich nie eine Universität von Innen gesehen hätte, doch nicht Seniorpastor werden könne. Und meiner Frau, da diese noch nicht einmal eine Bibelschule aufzuweisen hat, also jegliche Ausbildung zum Predigen fehlt. Und dennoch das Amt Outreach-Pastor erhalten soll.
Nun: Hätte ich doch Fischer gelernt. Oder meine Frau zumindest als Zöllnerin gearbeitet. Dann wäre das selbstverständlich etwas anderes. Denn: Dann wären wir bei Petrus oder Matthäus. Die auch nie Theologie studierten.
Aber: Als Informatiker und Lektorin einer christlichen Zeitung wie der Anastasia Statiev. Niemals.
Und so ist das Laien-Priestertum heute zu Tage wohl genauso umstritten, wie in der Zeit Speners. Wie damals wird auch heute noch darauf gewartet, dass Theologen uns die Bibel auslegen. Uns beibringen, was man über die Bibel zu sagen hat. Reicht Manchen die persönliche Beziehung zu Jesus nicht aus, damit man predigen darf. Nein, das sollte man gelernt haben. Bei einem Missionswerk muss zumindest ein Ausgebildeter, ein sogenannter Fachtheologe dabei sein. Da reicht die Bibelkenntnis nicht. Oder doch?
Anders eben als wir dies zu tun gedenken. In dem wir einfach nur über die persönlichen Erfahrungen mit dem Reich Gottes erzählen wollen. Damit ebenfalls mithelfen, das Reich Gottes zu errichten.
Mt 6,33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
Teil unseres Glaubens. Aber auch Teil der Politik. Eine Gemeinschaft für die Welt.
Glaubst Du nicht?




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