Es gibt Tage, die grenzen an ein Wunder. Dann nämlich, wenn die Menschen anfangen, einen zu verstehen. Wenn das Gegenüber aufhört, alte Geschichten und vergangene Konflikte aufzuwärmen, und der Blick stattdessen gemeinsam nach vorne geht – direkt in die Zukunft.
Aus diesem Zustand der Klarheit heraus lässt sich auch eine fundamentale Frage beantworten, die gestern im Raum stand: Gehört das Alte Testament eigentlich zum Christentum?
Die Antwort darauf ist im Grunde einfach, aber von enormer Tragweite: Ja, absolut. Das Alte und das Neue Testament sind in der Bibel untrennbar miteinander verbunden. Die Bibel ist das Fundament und das Handbuch des christlichen Glaubens. Das eine ergibt ohne das andere keinen Sinn; das Neue Testament baut auf den Prophezeiungen, der Geschichte und der Weisheit des Alten Testaments auf.
Wer daran zweifelt, werfe einen Blick in die Kirchengeschichte. Wäre das Alte Testament für den christlichen Glauben unwesentlich oder gar hinfällig gewesen, hätte man es bei den großen historischen Kirchenversammlungen – wie den Konzilen von Nicäa oder Serdica – schlicht aus dem biblischen Kanon entfernen können. Die Gelehrten und Kirchenväter damals taten das aber ganz bewusst nicht. Sie erkannten die unaufbbare Einheit der beiden Schriften.
Gehört also das Alte Testament zum christlichen Glauben?
Ja, es ist die Wurzel, aus der das Christentum erst erwachsen ist. Ohne diese Wurzeln verliert der Baum seinen Halt.




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