Berühmtheit hat ihren Preis?

Da hat doch allen Ernstes heute jemand auf gutefrage.net die Frage gestellt, ob die Menschen berühmt sein wollen. Und die meisten haben mit NEIN geantwortet.

Etwas, das ich von mir nicht behaupten könnte.

Ja, ich will berühmt sein. Und deshalb arbeite ich wie ein Tier. Immer in der Hoffnung, dass mein Fleiß irgendwann auffällt. Dass meine Leistungen anerkannt werden. Und dass ich eines Tages, so wie Richard Lugner, täglich in den Zeitungen vorkomme.

Ich höre schon den einen oder anderen sagen: Ist das nicht eine vollkommen unchristliche Einstellung? Wo bleibt denn da die Demut?

Nun, Freunde. Ich meine, dass man vor Gott durchaus demütig bleiben und dennoch berühmt werden wollen kann.

Denken wir nur an Billy Graham.

Denn was nützt es, die besten Gedanken der Welt zu entwickeln, wenn niemand davon erfährt?

Stellen wir uns einmal einen Menschen vor, der eine bahnbrechende Entdeckung macht. Eine Entdeckung, mit der man den Hunger auf der gesamten Welt beseitigen könnte.

Nur erfährt niemand davon.

Was hat dieser Mensch dann mit seiner Entdeckung bewirkt?

Nichts.

Und genau hier beginnt für mich die Frage nach dem Sinn des Lebens.

Denn ein Leben wird nicht allein dadurch sinnvoll, dass man etwas weiß oder etwas kann. Sondern dadurch, dass man mit seinen Fähigkeiten etwas bewegt.

Und damit wären wir bei Jesus Christus.

In Matthäus 25 erzählt Jesus das Gleichnis von den anvertrauten Talenten. Zwei Knechte vermehren das ihnen Anvertraute. Der dritte vergräbt sein Talent.

Und was geschieht mit ihm?

Er wird hinausgeworfen!

Jesus sagt auch in Matthäus 5,15, dass man ein Licht nicht anzündet, um es unter einen Scheffel zu stellen.

Und Jakobus erklärt uns unmissverständlich:

„Der Glaube ohne Werke ist tot.“ (Jakobus 2,26)

Da frage ich mich doch: Wie kann man als Christ ernsthaft glauben, dass es genügt, sich gemütlich zurückzulehnen und darauf zu warten, dass Jesus wiederkommt?

Jesus selbst fordert uns auf, unser Kreuz auf uns zu nehmen und ihm nachzufolgen.

Nicht zuzusehen. Nicht abzuwarten. Sondern zu handeln.

Und genau hier liegt auch mein Verständnis von christlicher Philosophie.

Denn was prägt unsere Gesellschaft?

Die Politik!

Sie entscheidet über Gesetze, über die gesellschaftliche Ordnung, über Armut, über Wohlstand und über die Bedingungen, unter denen Menschen leben.

Wenn wir also wollen, dass die Grundsätze des Reiches Gottes unser Zusammenleben prägen, dann müssen wir auch die Politik erreichen.

Wer die Gesellschaft verändern will, muss auch die Politik prägen.

Deshalb habe ich mich politisch engagiert. Deshalb schreibe ich Bücher. Deshalb veröffentliche ich Artikel, halte Predigten und produziere Musik.

Nicht, weil ich nichts Besseres zu tun hätte.

Sondern weil ich etwas bewegen möchte.

Und deshalb will ich auch berühmt werden.

Denn ich möchte nicht erst nach meinem Tod von irgendjemandem entdeckt werden, der feststellt, dass meine Gedanken vielleicht doch ganz interessant gewesen wären.

Ich möchte selbst erleben, dass meine Gedanken die Menschen erreichen. Dass sie diskutiert werden. Dass sie Veränderungen auslösen.

Und dass die Menschen wissen, wer hinter diesen Gedanken steht.

Natürlich hat Berühmtheit ihren Preis. Man steht in der Öffentlichkeit, wird kritisiert und muss damit leben, dass nicht jeder die eigenen Ansichten teilt.

Aber ist das wirklich ein Grund, auf Bekanntheit zu verzichten?

Ich meine: Nein.

Denn wenn ich davon überzeugt bin, dass meine Gedanken anderen Menschen helfen können, dann habe ich auch die Verantwortung, sie bekannt zu machen.

Nicht mein Name allein soll etwas bewegen.

Sondern das, wofür mein Name steht.

Und deshalb meine Frage an Euch:

Ist es wirklich unchristlich, berühmt werden zu wollen? Oder gehört es nicht sogar zur christlichen Verantwortung, seine Talente so einzusetzen, dass möglichst viele Menschen davon profitieren?

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About OM-Pastor Hans-Georg Peitl

.) Herausgeber des Liberalen Boten .) ist Bundesvorsitzender der Plattform Obdachlose (PO) .) Präsident des Plattform Obdachlose - Presseclubs (POP) .) Seniorpastor der Living hands .) Rektor des Instituts Für Christliche Forschung (IFCF) Sitz: Haskovo/Bulgarien .) Autor zahlreicher Freimaurer-Bücher
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