
Liebe Freunde, liebe Schwestern und Brüder,
wir leben in einer Zeit, in der man uns sagt:
Glaube sei Privatsache. Kirche und Politik müssten getrennt bleiben.
Aber die Bibel spricht anders.
Im zweiten Brief an Timotheus, Kapitel 4, lesen wir:
„Predige das Wort, stehe dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden…“
(2. Tim 4,2–3)
Diese Zeit, liebe Freunde, ist heute.
Wir erleben, wie die Wahrheit verdrängt wird. Wie man die Botschaft Jesu auf Fabeln reduziert – auf Geschichten über Kreuzigung und Wiederkunft, ohne ihren tiefen politischen Anspruch zu sehen.
Denn Jesus hat nicht gesagt:
„Wartet auf das Ende.“
Er sagte:
„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit!“
(Matthäus 6,33)
Er forderte uns auf, aufzustehen. Nicht zu schlafen.
Nicht zu schweigen.
Was ist dieses Reich Gottes, von dem Jesus sprach?
Es ist kein bloßes inneres Gefühl. Es ist keine stille Hoffnung.
Es ist der Auftrag, Gerechtigkeit zu bringen.
Den Hungrigen Brot. Den Armen Hoffnung. Den Verlorenen Heimat.
Wir aber leben in einer Welt, die sich vom Evangelium abgewendet hat.
Wir sehen Christen, die sich aus der Verantwortung stehlen.
Die sagen: „Politik ist schmutzig – da hat der Glaube nichts zu suchen.“
Selbst Glaubensgemeinschaften, die die Bibel wörtlich nehmen, sagen:
„Misch dich nicht ein. Bleib neutral.“
Aber Jesus war nicht neutral.
Jesus hat den Tempel gereinigt.
Jesus hat die Pharisäer angeklagt.
Jesus hat gepredigt von einem Reich, das kommen soll –
und das beginnt mit Dir und mit mir.
Denn, so heißt es in der Offenbarung:
„Das Lamm wird sie überwinden, denn es ist der König aller Könige,
und die mit ihm sind, sind die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen.“
(Offb 17,14)
Jesus kommt nicht als neutraler Beobachter zurück.
Er kommt als König.
Und sein Reich beginnt hier – in unseren Entscheidungen.
In unserer Politik. In unserer Haltung gegenüber den Schwächsten.
Wir sind gerufen. Nicht zum Rückzug, sondern zum Aufbruch.
Nicht zur Neutralität, sondern zur Stellungnahme.
Nicht zur Fabel, sondern zur Wahrheit.
Und so, liebe Freunde, frage ich euch heute:
Glaubt ihr das nicht?
Glaubt ihr nicht, dass es Zeit ist, aufzustehen?
Zeit, den Mut zu fassen, der Wahrheit Raum zu geben – auch politisch?
Zeit, das Reich Gottes wieder zu suchen?
Dann lasst uns gemeinsam sprechen –
mit Paulus, mit Jesus, mit Johannes dem Täufer:
„Kehrt um! Denn das Reich Gottes ist nahe.“
Amen.



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