Die Plymouth Saga: Auf der Suche nach Herberge

von Hans-Georg Peitl

Sechs zusammenhängende Musicals, eine große Geschichte – und eine Frage, die mir gestern gestellt wurde: „Was hat das eigentlich mit Obdachlosigkeit und dem Glauben zu tun?“

Meine Antwort: Es ist die Ur-Erzählung unseres Glaubens.

1. Die Vertreibung und die Suche nach Zuflucht

In der Plymouth Saga werden Susan und Charli im Jahr 1947 von einem Moment auf den anderen zu Menschen ohne Heimat und ohne Sicherheit. Sie müssen fliehen, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Das erinnert an eine der ältesten Geschichten der Christenheit: Die Flucht nach Ägypten. Auch Maria und Josef wurden über Nacht zu Heimatlosen, die Schutz vor der Willkür der Macht suchten. Die Suche nach einer Herberge, das Erleben von verschlossenen Türen und die nackte Angst um das Überleben – das ist der Kern, der Susan und Charli mit Millionen Menschen verbindet, die weltweit und auch in unserer Stadt ihre Sicherheit verlieren.

2. Vom Überleben zum Auftrag

Als Komponist des Musicals kenne ich diesen Weg. Ich war von 2001 bis 2007 selbst obdachlos. In der Bibel steht im Matthäus-Evangelium der zentrale Satz: „Ich bin obdachlos gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“ (vgl. Mt 25,35). Es ist der christliche Auftrag, nicht wegzusehen, wo Menschen an den Rand gedrängt werden.

Aus dieser Erfahrung heraus entstand mein Weg zum Obmann der Obdachlosen in der Politik (ODP). Denn christliches Handeln erschöpft sich nicht im Almosen-Geben – es fordert Gerechtigkeit und Strukturveränderungen.

3. Bewahrung der Existenz und Schöpfung

Dieser Auftrag spiegelt sich heute in unserem konkreten Engagement wider: mit unserer Petition für eine Neuordnung des Verkehrs rund um die Wiener Ringstraße. Wenn wir den Individualverkehr reduzieren und über neue, menschenfreundliche Lösungen nachdenken, tun wir zwei Dinge, die zutiefst christlich sind:

  • Wir schützen die Schöpfung durch nachhaltige Mobilität.
  • Wir schützen die Nächsten – jene Geschäftsleute und Existenzen, die durch verfehlte Planungen ihre wirtschaftliche Grundlage und somit ihr „Zuhause“ zu verlieren drohen.

4. Der Weg nach vorne: Nationalratswahl 2029

Das Musical-Projekt ist für mich kein reines Kulturprojekt, sondern ein Weckruf. Es ist der spirituelle und politische Auftakt für einen erneuten Wahlantritt der Obdachlosen in der Politik (ODP) bei der Nationalratswahl 2029. Wir wollen den Stummen eine Stimme geben, so wie es die Propheten forderten.

So schließt sich der Kreis: Von der Flucht im Musical über die gelebte Erfahrung auf der Straße bis hin zum politischen Kampf für eine gerechtere Welt.

Wie seht ihr das? Wo erfahrt ihr in eurem Alltag die Suche nach Herberge und Gerechtigkeit?

Erzählt es uns in den Kommentaren.

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About OM-Pastor Hans-Georg Peitl

.) Herausgeber des Liberalen Boten .) ist Bundesvorsitzender der Plattform Obdachlose (PO) .) Präsident des Plattform Obdachlose - Presseclubs (POP) .) Seniorpastor der Living hands .) Rektor des Instituts Für Christliche Forschung (IFCF) Sitz: Haskovo/Bulgarien .) Autor zahlreicher Freimaurer-Bücher
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