Wie „live“ ist Livemusik? – Eine christliche Perspektive

Nachdem wir gestern über die technische Realität der Musikproduktion gesprochen haben, müssen wir das Thema heute noch tiefer ansetzen. Schauen wir uns die Sache mal aus einer christlichen, ehrlichen Perspektive an: Wie viel „Live“ steckt eigentlich in der Musik, die wir in Kirchen, Gemeinden oder auf christlichen Bühnen hören?

Oft wird so getan, als sei handgemachte Musik die einzig „wahre“ und gottgefällige Form des Lobpreises. Die Technik – und erst recht die KI – wird misstrauisch als unnatürlich oder gar seelenlos beäugt.

Doch wer ehrlich ist und die Musikgeschichte kennt, weiß: Gott hat den Menschen die Kreativität geschenkt, Werkzeuge zu erschaffen. Und diese Werkzeuge nutzen wir seit Jahrhunderten.

Wenn im Studio Stimmen im Nachhinein digital korrigiert werden, damit der Ton perfekt sitzt, oder wenn auf der Bühne im Hintergrund programmierte Sequenzen mitlaufen, um den Sound voller zu machen – ist das dann noch „live“? Streng genommen nicht. Aber macht es das Lobopfer weniger wert? Nein. Denn worauf schaut Gott? Er schaut nicht auf den Atari, das Mischpult oder das KI-Programm. Er schaut auf das Herz desjenigen, der die Musik einsetzt.

In der Bibel heißt es: „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!“ (Psalm 150,6). Da steht nichts davon, dass der Odem nicht durch ein Mikrofon gehen oder von einem Computer unterstützt werden darf.

Die Sorge, dass Technologie die Musik entmenschlicht, übersieht den Kern: Musik war schon immer ein Zusammenspiel aus menschlicher Inspiration und den Werkzeugen der jeweiligen Zeit – ob Harfe, Orgel, Synthesizer oder eben KI.

Der Hochmut zu glauben, nur eine bestimmte, alte Art der Musikproduktion sei „echt“ und alles Neue verwerflich, ist im Grunde unchristlich. Er grenzt diejenigen aus, die vielleicht keine teure Ausbildung an einem Instrument haben, aber durch moderne Werkzeuge ihre Stimme und ihr Loblied für Gott und die Gemeinschaft hörbar machen können.

Technologie – richtig eingesetzt – nimmt uns nicht die Seele. Sie kann im Gegenteil ein Werkzeug der Nächstenliebe sein, weil sie Barrieren abbaut und die Vielfalt des Lobpreises für alle Menschen öffnet.

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About OM-Pastor Hans-Georg Peitl

.) Herausgeber des Liberalen Boten .) ist Bundesvorsitzender der Plattform Obdachlose (PO) .) Präsident des Plattform Obdachlose - Presseclubs (POP) .) Seniorpastor der Living hands .) Rektor des Instituts Für Christliche Forschung (IFCF) Sitz: Haskovo/Bulgarien .) Autor zahlreicher Freimaurer-Bücher
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