Nein, ich meine nicht nur beten. Ich meine: Kann man das Vaterunser tatsächlich glauben?
Ich erlebe immer wieder Menschen, die das Vaterunser auswendig kennen und regelmäßig beten. Fragt man sie anschließend jedoch, was sie gerade gebetet haben, werden zentrale Aussagen plötzlich relativiert oder sogar bestritten.
Jesus lehrt:
Matthäus 6,9–10:
„Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“
Nun frage ich mich:
Wenn wir beten: „Dein Reich komme“, warum behaupten dann manche gleichzeitig, das Reich Gottes habe nichts mit dieser Welt zu tun oder könne gar nicht kommen?
Wenn Jesus seine Jünger lehrt, um das Kommen des Reiches Gottes zu beten, dann setzt das doch voraus, dass dieses Reich eine Bedeutung hat und dass sein Kommen etwas Reales ist.
Warum sollten wir sonst darum bitten?
Oder ist das Vaterunser für viele Menschen nur noch ein Mantra geworden, dessen Worte zwar gesprochen, aber nicht mehr ernst genommen werden?
Natürlich kann man darüber diskutieren, was Jesus mit dem Reich Gottes genau meinte. Darüber wird seit Jahrhunderten nachgedacht. Aber gerade deshalb sollten wir die Frage nicht vorschnell beiseiteschieben.
Was ist das Reich Gottes?
Wie kommt es?
Und was bedeutet es, wenn wir jeden Tag beten: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“
Vielleicht sollten wir das Vaterunser nicht nur beten, sondern den Mut haben, seinen Worten wirklich zu glauben – und uns zu fragen, welche Konsequenzen das für unser Leben und unseren Glauben hat.




Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.