Was man sich beim Geschehen in Gethsemane fragen sollte.
Warum glaubte Petrus gerade in Gethsemane noch, den Kampf gegen die Hinrichtung Jesu gewinnen zu können – im Hof des Hohepriesters aber nicht mehr? Ich weiß es nicht.
Als die Tempelwachen Jesus festnehmen wollen, zieht Petrus sein Schwert und schlägt dem Knecht des Hohepriesters das rechte Ohr ab.
Johannes 18,10-11:
Da hatte Simon Petrus ein Schwert; er zog es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. Der Knecht aber hieß Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?
In diesem Augenblick scheint Petrus noch überzeugt zu sein, dass Widerstand möglich ist. Vielleicht hoffte er sogar, Jesus befreien zu können. Doch nur kurze Zeit später ist von diesem Mut nichts mehr zu sehen.
Im Hof des Hohepriesters verleugnet Petrus seinen Herrn gleich dreimal.
Lukas 22,61-62:
Und der Herr wandte sich um und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
Was mag in diesen wenigen Minuten geschehen sein? War es die Erkenntnis, dass Jesus sich bewusst nicht verteidigen wollte? War es die Übermacht der Tempelwachen? Oder begann Petrus erst jetzt zu begreifen, dass Gottes Plan nicht durch das Schwert, sondern durch das Opfer Jesu erfüllt werden sollte?
Interessant ist, dass Petrus später wieder vollkommen verändert auftritt. Aus dem Verleugner wird der mutige Zeuge Christi.
Apostelgeschichte 2,14:
Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen…
Und wenig später bekennt er mutig vor dem Hohen Rat:
Apostelgeschichte 4,19-20:
Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Denn wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.
Der Weg des Petrus führt also vom entschlossenen Kämpfer zum Verleugner – und schließlich zum furchtlosen Verkündiger des Evangeliums.
Gerade deshalb lohnt sich die Frage:
Warum war Gethsemane der Wendepunkt? Was erkannte Petrus in diesen wenigen Augenblicken, das sein Leben für immer veränderte?




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