Du sollst nicht lügen

Über künstliche Intelligenz, falsche Anschuldigungen und die Verantwortung, bei der Wahrheit zu bleiben.

Liebe Freunde!

Heute habe ich wieder einmal mit ChatGPT über meine Sperre bei gutefrage.net gesprochen. Über die Angriffe, die ich im Zusammenhang mit meinen Musikproduktionen erlebe, und über die Frage, warum sich manche Menschen so sehr darüber aufregen, dass ich künstliche Intelligenz als Werkzeug verwende.

Seit gestern beschäftige ich mich deshalb auch wieder mit einem Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA) durch gutefrage.net.

Dabei stellte ich ChatGPT eine interessante Frage:

Gibt es heute überhaupt noch Musikbearbeitungsprogramme, die ohne künstliche Intelligenz arbeiten?

Die Antwort lautete zunächst sinngemäß: Nein, praktisch alle modernen Musikprogramme verwenden inzwischen KI.

Nur war diese Antwort falsch.

Denn selbstverständlich gibt es noch Musikprogramme und Bearbeitungsfunktionen, die ganz ohne künstliche Intelligenz auskommen. Ein gewöhnlicher Equalizer, ein Kompressor oder ein einfacher Audioschnitt benötigen keine KI.

Was allerdings stimmt: Künstliche Intelligenz hat längst in zahlreichen Bereichen der Musikproduktion Einzug gehalten.

Und genau hier beginnt für mich die eigentliche Frage.

Nicht die Technik ist das Problem

Ich komponiere Musik. Ich schreibe Texte. Ich entwickle musikalische Ideen und setze bei der Produktion auch künstliche Intelligenz ein.

Warum sollte ich das verheimlichen?

Wenn mir ein Computerprogramm hilft, eine musikalische Vorstellung umzusetzen, dann sage ich das offen.

Wenn ich einen Videogenerator verwende, um aus einem Musikstück einen kleinen Spielfilm zu machen, dann stehe ich ebenfalls dazu.

Denn ich bin der Meinung, dass die Verwendung eines Werkzeugs noch nichts über den moralischen Wert eines Menschen aussagt.

Man kann KI sinnvoll einsetzen. Man kann sie missbrauchen. Und man kann sich auch bewusst dafür entscheiden, ohne sie zu arbeiten.

Aber keines dieser Dinge rechtfertigt es, einen anderen Menschen durch unwahre Behauptungen herabzusetzen.

Was sagt uns die Bibel?

In 2. Mose 23,7 lesen wir:

„Halte dich ferne von einer Sache, bei der Lüge im Spiel ist.“

Ein bemerkenswerter Satz.

Denn Gott fordert uns nicht nur auf, selbst keine Lügen zu erzählen.

Er fordert uns dazu auf, uns von der Unwahrheit fernzuhalten.

Warum?

Weil eine Lüge nicht nur denjenigen betrifft, der sie ausspricht.

Sie kann einen anderen Menschen beschädigen. Seinen Ruf zerstören. Ihm Möglichkeiten nehmen. Andere gegen ihn aufbringen.

Und manchmal genügt schon eine falsche Anschuldigung, die oft genug wiederholt wird.

Irrtum oder Lüge?

Allerdings müssen wir hier etwas unterscheiden.

Nicht jeder Mensch, der etwas Falsches sagt, lügt.

Auch ChatGPT hat mir eine falsche Antwort gegeben. Aber eine falsche Antwort ist noch keine bewusste Täuschung.

Ein Irrtum wird dann besonders problematisch, wenn wir trotz besserer Erkenntnis daran festhalten.

Wenn wir wissen, dass eine Behauptung falsch ist, und sie trotzdem weiterverbreiten, verlassen wir den Boden der Wahrhaftigkeit.

Und deshalb müssen wir auch bereit sein, unsere eigenen Fehler zuzugeben.

Wer die Wahrheit von anderen verlangt, muss sie auch gegen sich selbst gelten lassen.

Die Sache mit den Anschuldigungen

Wenn jemand meine Musik nicht mag, dann ist das sein gutes Recht.

Wenn jemand generative KI in der Kunst ablehnt, darf er das ebenfalls sagen.

Wir müssen schließlich nicht alle derselben Meinung sein.

Aber zwischen Kritik und persönlicher Herabsetzung liegt ein gewaltiger Unterschied.

Man kann über Kunst streiten, ohne den Künstler zu beleidigen.

Man kann technische Entwicklungen hinterfragen, ohne anderen Menschen unlautere Absichten zu unterstellen.

Und man kann über den Einsatz künstlicher Intelligenz diskutieren, ohne dabei die Wahrheit zu verbiegen.

Gerade das wünsche ich mir von den Diskussionen unserer Zeit.

Was würde Jesus dazu sagen?

Jesus fordert uns in Matthäus 5,37 auf:

„Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein.“

Eine einfache Aufforderung.

Sagt, was Ihr meint.

Steht zu dem, was Ihr tut.

Und versucht nicht, durch Verdrehungen und Halbwahrheiten einen Vorteil gegenüber anderen zu gewinnen.

Für mich bedeutet das auch, dass ich mich nicht dafür schämen muss, künstliche Intelligenz zu verwenden.

Ich muss aber ehrlich darüber sein, wie meine Werke entstehen.

Und ich muss bereit bleiben, meine Aussagen zu korrigieren, wenn sie sich als falsch herausstellen.

Wahrheit braucht keinen Hass

Ob meine Sperre bei gutefrage.net rechtmäßig war, wird sich im entsprechenden Verfahren zeigen müssen.

Ich kann meine Sicht darlegen. Die Plattform kann ihre Sicht darlegen. Und dann muss geprüft werden, was tatsächlich geschehen ist.

Aber unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens bleibt für mich eine Erkenntnis:

Ich möchte meine Zeit lieber dafür verwenden, Musik zu schreiben, Filme zu gestalten, Menschen zu helfen und das Evangelium zu verkündigen, als mich in gegenseitigen Anschuldigungen zu verlieren.

Denn Jesus hat uns nicht dazu aufgerufen, unsere Mitmenschen zu bekämpfen.

Er hat uns aufgerufen, die Wahrheit zu leben.

Und dazu gehört auch die Nächstenliebe.

Mein Gedanke für heute

Liebe Freunde!

Wir leben in einer Zeit, in der künstliche Intelligenz immer mehr Aufgaben übernehmen kann.

Aber eines kann uns keine Technik abnehmen:

Die Verantwortung für unsere Worte.

Nicht jede falsche Aussage ist eine Lüge.

Nicht jede Kritik ist ein Angriff.

Und nicht jeder Mensch, der anders arbeitet als wir, ist deshalb unehrlich.

Darum sollten wir unsere Mitmenschen nicht vorschnell verurteilen, sondern zuerst prüfen, was wahr ist.

Wie heißt es doch in 1. Thessalonicher 5,21?

„Prüft alles, das Gute behaltet!“

Das gilt für Musik, für künstliche Intelligenz, für öffentliche Anschuldigungen und nicht zuletzt für unsere eigenen Worte.

Denn wer Gott dienen möchte, sollte sich nicht nur zur Wahrheit bekennen.

Er sollte auch bereit sein, nach ihr zu handeln.

Amen.

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About OM-Pastor Hans-Georg Peitl

.) Herausgeber des Liberalen Boten .) ist Bundesvorsitzender der Plattform Obdachlose (PO) .) Präsident des Plattform Obdachlose - Presseclubs (POP) .) Seniorpastor der Living hands .) Rektor des Instituts Für Christliche Forschung (IFCF) Sitz: Haskovo/Bulgarien .) Autor zahlreicher Freimaurer-Bücher
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