Eine Zeitung zwischen christlichem Glauben, Politik, Musik und gesellschaftlicher Verantwortung
Manche hatten uns bereits abgeschrieben. Der Liberale Bote sei doch längst Geschichte, hieß es gelegentlich. Eine Zeitung aus vergangenen Tagen, die wohl nicht mehr zurückkommen würde.
Nun, ganz so ist es nicht.
Zwar mussten wir tatsächlich einen schweren Verlust hinnehmen. Unser langjähriger Mitherausgeber Gregor Ulrich verstarb im April 2025 überraschend mitten während des Wiener Wahlkampfes.
Besonders tragisch: Nach unserem damaligen Kenntnisstand erreichte die Nachricht von seinem Tod die Verantwortlichen der Plattform Obdachlos – Armut – Arbeitslos – Teuerung (HERZ) nicht rechtzeitig. So kam es zu der außergewöhnlichen Situation, dass ein bereits verstorbener Kandidat auf dem Stimmzettel stand.
Gregor Ulrich ist nicht mehr unter uns. Sein Wirken und seine Mitarbeit am Liberalen Boten bleiben jedoch Teil unserer Geschichte.
Aber der Liberale Bote lebt!
Eine Zeitung kehrt zurück
Am 24. Oktober 2026 haben wir unseren Internetauftritt überarbeitet und wieder unter seiner bekannten Adresse erreichbar gemacht:
Damit beginnt ein neues Kapitel unserer publizistischen Arbeit.
Wir möchten wieder informieren, kommentieren, hinterfragen und gelegentlich auch provozieren. Nicht um der Provokation willen, sondern weil gesellschaftliche Entwicklungen manchmal deutliche Worte verlangen.
Dabei werden wir uns keineswegs auf ein einziges Themengebiet beschränken.
Der Liberale Bote wird sich wieder mit Politik, christlichem Glauben, gesellschaftlichen Entwicklungen und kulturellen Fragen beschäftigen.
Auch die Musik bekommt ihren festen Platz.
Musik gehört zu unserer Botschaft
Mit Trio H.A.S., Gemini 2000 und Hans-Georg Peitl & Suno Lingens haben wir musikalische Projekte, die wir künftig ebenfalls redaktionell begleiten möchten.
Dabei geht es nicht ausschließlich um neue Veröffentlichungen.
Uns interessieren auch die Veränderungen in der Musikbranche, die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz, Fragen des Urheberrechts und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und moderner Technologie.
Denn Musik ist weit mehr als Unterhaltung.
Sie kann Gedanken vermitteln, Menschen miteinander verbinden, gesellschaftliche Entwicklungen kommentieren und natürlich auch christliche Botschaften transportieren.
Deshalb gehört sie für uns ebenso zur publizistischen Arbeit wie die klassische politische Berichterstattung.
Christlicher Glaube endet nicht an der Kirchentür
Damit kommen wir zu einem Thema, das den Liberalen Boten seit jeher begleitet.
Was bedeutet christlicher Glaube eigentlich?
Für uns ist er nicht ausschließlich eine Angelegenheit von Kirchen, Gottesdiensten und religiösen Veranstaltungen.
Natürlich haben auch diese ihren Platz.
Aber der christliche Glaube geht unserer Überzeugung nach wesentlich weiter.
Jesus verkündete das Reich Gottes. Und diese Verkündigung verstehen wir nicht lediglich als Vertröstung auf eine ferne Zukunft.
Wir glauben, dass das Reich Gottes bereits heute in unserer Welt sichtbar werden soll – überall dort, wo Menschen nach Gottes Willen handeln.
Wo Menschen einander helfen.
Wo Armut bekämpft wird.
Wo Obdachlose nicht vergessen werden.
Wo Gerechtigkeit wichtiger ist als gesellschaftliches Ansehen.
Und wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.
Kann ein Christ unpolitisch sein?
Nun stellt sich allerdings eine entscheidende Frage.
Wenn wir uns für eine gerechtere Welt einsetzen möchten, können wir dann die Politik einfach ausklammern?
Schließlich werden politische Entscheidungen getroffen, die unser aller Leben beeinflussen.
Es geht um Wohnungen, Arbeitsplätze, Pensionen, soziale Sicherheit, Bildung und Gesundheitsversorgung.
Es geht um Menschen, die Unterstützung benötigen, und um die Frage, wie unsere Gesellschaft mit ihnen umgeht.
Wie sollten wir uns als Christen für diese Menschen einsetzen, ohne uns auch mit den politischen Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen?
Natürlich kann man darüber unterschiedlicher Meinung sein.
Manche Christen betrachten politische Neutralität als wichtigen Bestandteil ihres Glaubens. Andere sehen gerade im gesellschaftlichen und politischen Engagement einen christlichen Auftrag.
Wir gehören zur zweiten Gruppe.
Wer nach dem Reich Gottes trachtet, darf unserer Überzeugung nach auch versuchen, die Welt, in der wir leben, gerechter zu gestalten.
Dabei wollen wir christlichen Glauben nicht mit einer bestimmten Partei gleichsetzen.
Auch soll niemand glauben müssen, was wir glauben, um unsere Zeitung lesen zu können.
Aber wir werden unsere Überzeugungen nicht verstecken.
Eine Zeitung mit unterschiedlichen Themen
Genau deshalb wird der Liberale Bote auch künftig keine Zeitung sein, die ausschließlich über Parteipolitik berichtet.
Wir möchten uns ebenso mit theologischen Fragen beschäftigen wie mit gesellschaftlichen Entwicklungen.
Wir möchten über Musik schreiben, über künstliche Intelligenz, über Menschenrechte und über die Schwierigkeiten, denen Menschen im Alltag begegnen.
Und selbstverständlich werden wir politische Entscheidungen hinterfragen.
Dabei dürfen unsere Leser gerne anderer Meinung sein.
Denn eine lebendige Gesellschaft braucht unterschiedliche Ansichten, Diskussionen und die Bereitschaft, einander zuzuhören.
Nicht jeder muss unsere Schlussfolgerungen teilen.
Aber jeder sollte die Möglichkeit haben, unsere Gedanken kennenzulernen und sich ein eigenes Urteil zu bilden.
Wir sind wieder da!
Vielleicht hatten manche tatsächlich angenommen, der Liberale Bote sei endgültig verschwunden.
Doch eine Zeitung besteht nicht nur aus einer Internetadresse, einem Layout oder einem bestimmten Kreis von Mitarbeitern.
Sie lebt von den Gedanken, die sie vermittelt, den Fragen, die sie stellt, und den Menschen, die bereit sind, an ihr mitzuwirken.
Und solange es Themen gibt, über die wir sprechen sollten, gibt es auch einen Grund, weiterzuschreiben.
Wir werden deshalb versuchen, unsere Leser wieder regelmäßig mit Informationen, Kommentaren und Anregungen zu versorgen.
Mal politisch, mal christlich, mal musikalisch.
Und gelegentlich vielleicht auch ein wenig unbequem.
Denn der Liberale Bote ist zurück. Und wir haben noch einiges zu sagen.
Hans-Georg Peitl
25. Oktober 2026




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