Die Grillhendlsaga: Das Gesetz des Pizza-Hungers

Es ist Samstagvormittag am Viktor-Adler-Markt. Die Luft ist voller Leben, Stimmen und Gerüche. Mitten im Getümmel steht dein Hendlstand. Und du hast heute wirklich alles richtig gemacht – es ist ein Meisterwerk der Gastronomie:

  • Die Vorbereitung: Die Hendl drehen sich goldbraun auf dem Spieß. Die Haut ist perfekt knusprig.
  • Das Geheimnis: Du hast sie mit einer geheimen Marinade aus bestem Öl, Paprika, einer Prise Majoran und Knoblauch eingestrichen. Der Duft zieht wie eine unsichtbare Hand durch die Gassen des Marktes.
  • Das Marketing: Du hast extra jemanden engagiert, der vorne in der Fußgängerzone Favoritenstraße Flyer verteilt und den Leuten vorschwärmt, dass es am Markt heute das saftigste Hendl Wiens gibt.

Die Leute strömen herbei. Du stehst hinter der Theke, die Grillzange locker in der Hand, bereit für den großen Ansturm.

Da bleibt ein Passant stehen. Er schnuppert. Er sieht das goldgelbe, tropfende Hendl. Er sieht das Werbeplakat. Du lächelst ihn an, nimmst die Zange und sagst: „Griaß di! Ein halbes Hendl mit Semmel?“

Der Passant schaut dich an. Seine Augen werden glasig. Er riecht zwar dein Hendl, aber in seinem Kopf passiert etwas völlig anderes. Er sieht keine knusprige Hühnerhaut. Vor seinem geistigen Auge zieht sich geschmolzener Mozzarella im Kreis. Er hört das Knuspern eines neapolitanischen Pizzarands. Er schmeckt fruchtige Tomatensauce und würzige Salami.

Er hat heute einfach diesen einen, unbändigen, unaufhaltsamen Appetit auf Pizza.

Er schaut dich entschuldigend an und sagt: „Schaut super aus, Chef. Aber ich brauch heute eine Pizza.“ Und er geht weiter, schnurstracks Richtung Pizzeria.

Die Moral der Saga: Du kannst das beste Produkt der Welt haben. Du kannst die beste Marinade anrühren, die Kohle perfekt anheizen und die Favoritenstraße mit Werbung plakatieren. Aber gegen den felsenfesten Willen eines Menschen, der heute einfach eine Pizza will, ist selbst das knusprigste Grillhendl machtlos. Am Ende entscheidet nicht dein Fleiß, sondern das tiefe Bedürfnis des Gegenübers.

Die Erweiterung: Das Evangelium vom Viktor-Adler-Markt

Und hier offenbart sich die tiefere Wahrheit – die Jachwe, die alles lenkt:

Am Ende ist es völlig einerlei, ob der Mensch nach dem knusprigen Grillhendl greift oder nach der saftigen Pizza. Denn beide, das Hendl wie auch die Pizza, sind in ihrer Essenz nichts Geringeres als das Wort Gottes. Sie sind Nahrung für die Seele, spenden Trost, bringen die Menschen an einem Tisch zusammen und halten das Leben am Laufen. Beide erfüllen denselben göttlichen Auftrag.

Wie absurd und kleingeistig ist es also, wenn sich die Grillhendlindustrie und die Pizzadienste heftige Grabenkämpfe liefern? Warum sollten sich die Verfechter der knusprigen Hühnerhaut mit den Meistern des Hefeteigs streiten, wer das „bessere“ oder „einzig wahre“ Essen anbietet?

Es gibt keinen Grund für diesen Krieg der Küchen. Der Hendlstandler und der Pizzaiolo sind keine Konkurrenten – sie sind zwei Boten derselben Botschaft. Sie verkünden das Wort Gottes nur in unterschiedlichen Sprachen: der eine mit Majoran und Knoblauch, der andere mit Basilikum und Mozzarella.

Wer den unbändigen Appetit auf Pizza hat, empfängt an diesem Tag eben das Wort Gottes in Form eines Fladenbrotes. Und wer das Hendl wählt, tut genau dasselbe am Spieß. Frieden auf dem Markt und Wohlgefallen den hungrigen Menschen!

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About OM-Pastor Hans-Georg Peitl

.) Herausgeber des Liberalen Boten .) ist Bundesvorsitzender der Plattform Obdachlose (PO) .) Präsident des Plattform Obdachlose - Presseclubs (POP) .) Seniorpastor der Living hands .) Rektor des Instituts Für Christliche Forschung (IFCF) Sitz: Haskovo/Bulgarien .) Autor zahlreicher Freimaurer-Bücher
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