Geburtstag – Unfall oder Wille Gottes?
Die Meinungen über den Geburtstag sind innerhalb der christlichen Welt geteilt. Manche Christen lehnen Geburtstagsfeiern ab. Sie argumentieren, dass es ohne den Sündenfall möglicherweise keine weiteren Menschen außer Adam und Eva gegeben hätte. Weil Gott nach dem Sündenfall zu Eva von den Beschwerden und Schmerzen der Schwangerschaft sprach, betrachten sie jede Geburt als eine Folge dieses Fluches. Nach dieser Auffassung wäre auch der Geburtstag kein christlicher Feiertag.
Wir von Living Hands vertreten eine andere Überzeugung.
Schon bei der Erschaffung sagte Gott:
„Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.“
(1. Mose 1,26)
Gott sprach nicht davon, lediglich Adam und Eva zu erschaffen und es dabei zu belassen. Sein Plan war von Anfang an auf die Menschheit und die Besiedlung der Erde ausgerichtet.
Das wird nur zwei Verse später noch deutlicher:
„Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan.“
(1. Mose 1,28)
Dieser Auftrag wurde vor dem Sündenfall erteilt. Gott wollte also bereits in seiner ursprünglichen Schöpfungsordnung, dass weitere Menschen geboren werden und die Erde bevölkern.
Die Geburt ist deshalb keine Folge des Fluches. Der Fluch brachte Schmerzen, Mühsal, Konflikte und Sterblichkeit in das menschliche Leben. Aber die Entstehung neuen Lebens und die Vermehrung der Menschheit gehörten schon zuvor zum ausgesprochenen Willen und Segen Gottes.
Darum betrachten wir einen Geburtstag nicht als Erinnerung an den Sündenfall. Er ist für uns ein christlicher Danktag: die Erinnerung daran, dass ein bestimmter Mensch geboren wurde, leben darf und innerhalb der Schöpfung Gottes eine Aufgabe besitzt.
Je nachdem, wie man die Geburt versteht, entsteht auch eine unterschiedliche Auffassung vom menschlichen Leben.
Wer den Menschen hauptsächlich als Folge des Sündenfalls betrachtet, könnte das Leben als eine letzte Bewährungsprobe verstehen, die bestanden werden muss, damit man überhaupt wieder zu Gott zurückkehren darf.
Wer hingegen davon ausgeht, dass die Menschheit von Anfang an geplant war, erkennt im Leben zunächst einen Teil des göttlichen Schöpfungswillens. Menschen sollen die Erde bewohnen, Verantwortung übernehmen, im Vertrauen auf Gott leben und am Aufbau seines Reiches mitwirken.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Mensch automatisch richtig handelt. Jeder ist ein Individuum mit Fähigkeiten, Einfluss und Entscheidungsfreiheit. Diese Kräfte können in unterschiedliche Richtungen gelenkt werden.
Ein Mensch kann die Gemeinschaft Jesu stärken, Frieden schaffen, anderen helfen und am Reich Gottes mitbauen. Er kann sich aber auch fehlleiten lassen und seine Fähigkeiten für Unterdrückung, Zerstörung und das gegenwärtige Weltsystem einsetzen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob ein Mensch überhaupt hätte geboren werden sollen. Gott wollte die Menschheit und gab ihr bereits vor dem Sündenfall den Auftrag, sich zu vermehren und die Erde zu füllen.
Die Frage lautet vielmehr:
Wofür setzt der Mensch das ihm geschenkte Leben ein?
Ein Geburtstag erinnert uns daran, dass dieses Leben begonnen hat. Er lädt uns ein, Gott dafür zu danken und gleichzeitig darüber nachzudenken, wie wir die uns geschenkte Zeit verwenden.
Ist der Geburtstag also die Erinnerung an einen Unfall oder an den Willen Gottes?
Wir von Living Hands antworten:
Jedes neue Leben steht innerhalb des ursprünglichen Schöpfungswillens Gottes. Deshalb ist der Geburtstag für uns ein Tag der Freude, der Dankbarkeit und der Besinnung auf unsere Aufgabe im Reich Gottes.




Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.