Wenn das Volk schon stinkt – und trotzdem noch lebt

Gedanken zu Johannes 11,1–45

Eigentlich, liebe Freunde, sollten wir auf die Politik gar nicht so böse sein.
Auch wenn es den Anschein hat, dass sie seelenruhig zusieht,
wie das Land abbrennt.

In Wien türmt sich ein Schuldenberg von 13 Milliarden Euro.
Vom Bundesdefizit reden wir lieber gar nicht – das kennen wir ja nicht einmal.
Dazu kommt:
– eine schleichende Rezession
– ein EU-Defizitverfahren
– und eine Bevölkerung, die spürt: Es wird eng.
Doch in der Politik?
Keine Panik. Kein Handeln. Nur Sitzenbleiben.

Man könnte fast meinen:
Sie warten, bis es ganz vorbei ist.

Und weißt du was?
Jesus hat das auch einmal getan.

Als Lazarus im Sterben lag,
kam nicht gleich ein Rettungshubschrauber aus Nazareth.
Da war kein hektischer Aufbruch der Jünger, kein Notfallprogramm.
Nein: Jesus blieb zwei Tage sitzen.
Bewusst.

Und als er sich endlich auf den Weg macht, ist Lazarus bereits tot.
Vier Tage liegt er im Grab.
So lange, dass Marta warnt: „Herr, er stinkt schon.“

Warum?

Weil Jesus etwas zeigen wollte,
was heute niemand mehr sehen will:

Dass Rettung nicht durch Eile, sondern durch Wahrheit kommt.
Und dass die Auferstehung nicht durch Taktik geschieht,
sondern durch Glauben.

Und genau das, liebe Freunde, ist auch das politische Bild unserer Tage.

Wir leben in einem Österreich,
das wirtschaftlich bereits stinkt.
Nicht, weil es faul wäre –
sondern, weil es zu lange liegen gelassen wurde.

Man ließ es verfallen, um dann – vielleicht zur rechten Zeit –
wie ein Messias aufzutreten
und vor versammeltem Publikum zu rufen:
„Kommt heraus – und wählt mich!“

Und wehe, jemand will Österreich zu früh retten.
Dann hört man: „Lass es doch erst verfallen – sonst bringt’s bei der nächsten Wahl keine Punkte mehr.“

So wie die Pharisäer nach der Auferweckung des Lazarus
nicht nur Jesus töten wollten,
sondern gleich Lazarus mit dazu.

Weil zu viel Hoffnung gefährlich ist.
Weil zu viel Heilung die falsche Partei stark macht.
Weil ein lebendiger Lazarus
die Lüge vom einzigen Retter entlarvt.


Und heute?

Heute sehen wir:
– das Land liegt am Boden
– es riecht nach Krise
– das Vertrauen ist fast tot

Aber vielleicht braucht es das.
Vielleicht muss Lazarus erst stinken,
damit klar wird:
Hier kann nur einer retten, und das ist nicht die Regierung.

Und vielleicht ruft Jesus bald wieder:
„Hebt den Stein weg!“
Nicht um Grabpflege zu betreiben,
sondern um zu zeigen,
dass da noch Leben ist –
auch wenn es keiner mehr glaubt.


Denn wer glaubt,
wird nicht nur leben –
sondern auferstehen.

Für Österreich.
Für Europa.
Für jeden Lazarus, den man längst abgeschrieben hat.

Amen.

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About OM-Pastor Hans-Georg Peitl

.) Herausgeber des Liberalen Boten .) ist Bundesvorsitzender der Plattform Obdachlose (PO) .) Präsident des Plattform Obdachlose - Presseclubs (POP) .) Seniorpastor der Living hands .) Rektor des Instituts Für Christliche Forschung (IFCF) Sitz: Haskovo/Bulgarien .) Autor zahlreicher Freimaurer-Bücher
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