Einmal ganz ehrlich, Freunde: Es hat sich zwar meistens in der Folge wieder aufklären lassen, aber manchmal bin ich inzwischen schon im Vorfeld verunsichert.
So habe ich heute versucht, elasticStage dazu zu nutzen, nicht nur meine Musik über Streamingdienste herauszugeben, sondern auch CDs und Vinyl anzubieten.
Und ich scheiterte am Upload.
Mein erster Gedanke war tatsächlich:
Upload funktioniert nicht. Also wollen die mich nicht.
Normalerweise würde man wahrscheinlich zuerst an eine Technikpanne denken. Nur habe ich in der Vergangenheit eben andere Erfahrungen gemacht.
Man versuchte unser Radio mit Hackerangriffen herunterzuschießen. Es gab Falschmeldungen an TikTok und ebenso Meldungen an DistroKid, sodass ich schließlich zu Amuse wechselte. Auch Apple wurde bereits falsch informiert. Dazu kamen zwei Canary-Überprüfungen, die für uns beantragt wurden und letztlich beide negativ ausgingen.
Wenn dann irgendwo plötzlich etwas nicht mehr funktioniert, erscheint mir deshalb inzwischen auch die Möglichkeit denkbar, dass bereits im Vorfeld irgendeine Sperre ausgesprochen wurde.
Bis ich mir selbst bewusst machen muss:
Moment einmal. Es wusste doch überhaupt niemand, dass ich zu elasticStage gehen werde.
Und tatsächlich stellte sich heraus: Es handelt sich schlicht um eine technische Panne. Der Upload funktioniert derzeit nicht.
Eigentlich eine vollkommen alltägliche Sache.
Nur: Wenn man lange genug mit Falschmeldungen und Anschuldigungen konfrontiert wird, beginnt man irgendwann, mit allem zu rechnen.
Meinst du nicht?
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden
Die andere Seite der Medaille ist, dass die Sache natürlich auch einen biblischen Aspekt hat.
„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“
Das neunte Gebot.
Und ich glaube, dass wir manchmal unterschätzen, wie aktuell dieses Gebot gerade im digitalen Zeitalter ist.
Denn was geschieht eigentlich, wenn ich einer Plattform melde:
„Dieser Mensch hat etwas gestohlen.“
Oder:
„Dieser Mensch verletzt Rechte.“
Oder auch nur:
„Schaut euch den einmal an. Meint ihr nicht, dass da etwas faul ist?“
Ich gebe gegenüber einem Dritten eine Aussage über einen anderen Menschen ab. Und diese Aussage kann Folgen haben.
Ein Lied verschwindet.
Ein Account wird eingeschränkt.
Eine Veröffentlichung wird gestoppt.
Im schlimmsten Fall verliert jemand den Zugang zu einer Plattform.
Natürlich ist nicht jede falsche Meldung automatisch eine Lüge. Menschen können sich irren. Sie können etwas missverstehen. Sie können einen begründeten Verdacht haben und diesen in gutem Glauben melden.
Aber etwas anderes ist es, wenn jemand bewusst Unwahres behauptet, Tatsachen verdreht oder einen bloßen Verdacht als Tatsache darstellt, um einem anderen Menschen zu schaden.
Dann sind wir meiner Ansicht nach sehr nahe bei dem, was die Bibel „falsch Zeugnis reden“ nennt.
Dabei ist für mich zunächst gar nicht entscheidend, ob eine solche Meldung strafrechtlich relevant ist.
Etwas kann gesetzlich erlaubt oder zumindest nicht strafbar sein und trotzdem moralisch vollkommen danebenliegen.
Und für einen Christen müsste der Maßstab eigentlich noch höher liegen.
Nicht nur:
„Darf ich das sagen?“
Sondern:
„Ist es wahr?“
Und sogar:
„Weiß ich überhaupt, ob es wahr ist?“
Denn eine Behauptung wird nicht dadurch wahr, dass man vor sie ein „Vielleicht“ oder „Könnte es sein?“ setzt.
Auch Gerüchte können Menschen beschädigen.
Auch Verdächtigungen können Existenzen treffen.
Und auch eine Meldung an irgendeinen anonymen Plattformmitarbeiter kann ein falsches Zeugnis über den Nächsten sein.
Vielleicht ist genau das ein Teil dessen, was uns das neunte Gebot heute sagen will.
Es geht nicht nur darum, vor Gericht keine falsche Aussage zu machen.
Es geht auch darum, wie wir über andere Menschen reden, was wir über sie behaupten und was wir über sie weitertragen.
Und vielleicht sollten gerade wir Christen uns dabei besonders häufig eine ganz einfache Frage stellen:
Weiß ich, dass das wahr ist, was ich gerade über meinen Nächsten sage?
Wenn die Antwort Nein lautet, wäre Schweigen manchmal die wesentlich christlichere Alternative.




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