Paulus, Silas oder Petrus?

Eine Betrachtung von Hans-Georg Peitl

Irgendwie, liebe Freunde, haben mein Team und ich uns heute eine interessante Frage gestellt.

Was sollen wir eigentlich bewerben?

Unser Radio Roshen? Unsere Musikprojekte Trio H.A.S. und Gemini 2000? Meine Bücher? Unsere Medienarbeit? Die Glaubensgemeinschaft? Oder vielleicht die gesellschaftlichen Aktivitäten?

Viele verschiedene Projekte, die auf den ersten Blick gar nicht unbedingt zusammengehören.

Und dann kamen wir auf einen Gedanken:

Eigentlich gibt es nur eine einzige Gemeinsamkeit zwischen all diesen Tätigkeiten.

Den Menschen, der daran mitarbeitet.

In unserem Fall bin das eben ich, Hans-Georg Peitl.

Und damit waren wir plötzlich bei einer Frage angelangt, die auch für unseren christlichen Glauben interessant ist.

Warum sprechen wir eigentlich von Paulus, Silas oder Petrus?

Die Menschen hinter der Verkündigung

Wenn wir heute die Apostelgeschichte lesen, dann begegnen uns nicht einfach irgendwelche anonymen christlichen Projekte.

Wir begegnen Menschen.

Petrus, dem Fischer, der von Jesus berufen wurde.

Paulus, der zunächst die Christen verfolgte und später selbst zu einem der bedeutendsten Verkündiger des Evangeliums wurde.

Und Silas, der Paulus auf seinen Missionsreisen begleitete und gemeinsam mit ihm Gefangenschaft und Verfolgung erlebte.

Jeder dieser Menschen hatte seine eigene Geschichte.

Seine eigenen Fähigkeiten. Seine eigenen Schwächen. Seine eigenen Aufgaben.

Und doch arbeiteten sie letztendlich für dieselbe Sache.

Für die Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi.

Paulus war mehr als ein Prediger

Besonders interessant finde ich dabei Paulus.

Er war nicht nur Missionar.

Er war auch Briefschreiber, Lehrer, Gemeindegründer und von Beruf Zeltmacher.

Er reiste, diskutierte, argumentierte und setzte sich mit den unterschiedlichsten Menschen auseinander.

Man könnte beinahe sagen, dass Paulus mehrere Tätigkeiten miteinander verband, die alle einem gemeinsamen Ziel dienten.

Und dennoch sprechen wir heute nicht in erster Linie von seinen einzelnen Unternehmungen.

Wir sprechen von Paulus.

Von einem Menschen, dessen Lebensgeschichte untrennbar mit seinem Glauben verbunden ist.

Und was ist mit Petrus?

Auch Petrus war keine makellose Persönlichkeit.

Er war begeistert, manchmal voreilig und hatte große Schwierigkeiten, als es wirklich gefährlich wurde.

Dreimal verleugnete er Jesus.

Und dennoch vertraute Jesus ihm eine bedeutende Aufgabe an.

Das finde ich besonders bemerkenswert.

Denn Gott sucht offenbar nicht ausschließlich Menschen, die niemals Fehler machen.

Er beruft Menschen, die bereit sind, ihm zu folgen.

Menschen wie Petrus.

Oder Paulus.

Oder Silas.

Aber Vorsicht vor dem Personenkult

Nun könnte man daraus schließen, dass es im Christentum vor allem darauf ankommt, einzelne Persönlichkeiten bekannt zu machen.

Doch genau davor warnt uns Paulus selbst.

Im ersten Korintherbrief berichtet er davon, dass sich die Gläubigen unterschiedlichen Persönlichkeiten zuordneten.

Die einen hielten zu Paulus, andere zu Apollos und wieder andere zu Petrus.

Und Paulus stellt die entscheidende Frage:

„Ist denn Christus zerteilt?“ (1. Korinther 1,13)

Eine Frage, über die wir auch heute nachdenken sollten.

Denn selbstverständlich dürfen Menschen bekannt werden. Selbstverständlich dürfen wir ihre Werke schätzen und von ihren Erfahrungen lernen.

Aber wir sollten niemals vergessen, wem unsere christliche Arbeit letztendlich dienen soll.

Nicht unserem eigenen Ruhm.

Sondern Jesus Christus.

Ein Name, viele Aufgaben

Und damit, liebe Freunde, komme ich wieder zu unserer heutigen Überlegung zurück.

Vielleicht ist es tatsächlich sinnvoll, nicht jedes einzelne Projekt vollkommen getrennt zu betrachten.

Vielleicht ist es sinnvoller, den Menschen hinter diesen Tätigkeiten vorzustellen.

Seine Überzeugungen. Seine Erfahrungen. Seine Erfolge. Aber auch seine Fehler.

Denn all das gehört zu einem Leben dazu.

Auch Paulus hatte eine Vergangenheit, auf die er nicht stolz sein konnte.

Auch Petrus hatte versagt.

Und auch Silas musste erleben, dass die Verkündigung des Evangeliums nicht immer mit Anerkennung verbunden war.

Trotzdem gingen sie ihren Weg.

Nicht, weil sie selbst das Evangelium waren.

Sondern weil sie das Evangelium verkündigten.

Was bleibt von unserem Leben?

Vielleicht werden sich spätere Generationen einmal an unsere Bücher erinnern.

Vielleicht an unsere Musik.

Vielleicht an einen Radiosender oder an eine Predigt.

Vielleicht aber auch an gar nichts davon.

Das ist letztendlich nicht die entscheidende Frage.

Viel wichtiger ist doch, ob wir mit unserem Leben etwas bewirken konnten.

Ob wir Menschen geholfen haben.

Ob wir Hoffnung vermittelt haben.

Und ob wir dazu beigetragen haben, dass andere Menschen Jesus Christus kennenlernen konnten.

Denn Paulus, Silas und Petrus wurden nicht deshalb bedeutend, weil sie besonders geschickt Werbung für ihre eigene Person machten.

Sondern weil ihre Namen mit einer Botschaft verbunden blieben, die weit über ihr eigenes Leben hinausreichte.

Die Menschen sind die Boten. Christus aber ist die Botschaft.

Und genau das sollten wir bei all unseren Unternehmungen niemals vergessen.

Amen.

Hans-Georg Peitl

15. Oktober 2026

Avatar von Unbekannt

About OM-Pastor Hans-Georg Peitl

.) Herausgeber des Liberalen Boten .) ist Bundesvorsitzender der Plattform Obdachlose (PO) .) Präsident des Plattform Obdachlose - Presseclubs (POP) .) Seniorpastor der Living hands .) Rektor des Instituts Für Christliche Forschung (IFCF) Sitz: Haskovo/Bulgarien .) Autor zahlreicher Freimaurer-Bücher
Dieser Beitrag wurde unter Begrüssung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.