Liebe Freunde, liebe Geschwister!
Manchmal beginnt ein Missverständnis mit einer Nachricht, die eigentlich Freude auslösen soll. Da bekomme ich eine chinesische Tonaufnahme aus einem Studio zugeschickt. Nur hatte ich für dieses gemeinsame Projekt einen deutschen Song eingebracht. Was ich höre, kann ich meinem Lied nicht zuordnen.
Nun frage ich mich: Gehört diese Aufnahme überhaupt zu unserem Projekt? Falls ja, warum wurde eine chinesische Fassung aufgenommen, ohne zuvor mit mir darüber zu sprechen? Falls nein, welche Arbeiten sind für mein Lied tatsächlich erfolgt? Diese Fragen möchte ich klären, bevor ich über die Aufnahme oder die Beteiligten urteile.
Die Geschichte vom Turmbau zu Babel erinnert mich daran, wie schwer gemeinsames Bauen wird, wenn Menschen einander nicht verstehen. Jeder mag beschäftigt sein und seinen Teil beitragen wollen. Doch ohne Verständigung wächst daraus kein gemeinsames Werk.
Das gilt auch für unseren Alltag. Wir können viel Zeit, Mühe und Geld in eine Sache stecken und am Ende feststellen, dass wir nie miteinander besprochen haben, was eigentlich entstehen soll. Darum gehört zum verantwortlichen Umgang miteinander, zuerst zuzuhören, nachzufragen und Absprachen einzuhalten.
Auch im Glauben dürfen wir uns daran erinnern: Einander zu verstehen beginnt damit, den anderen ernst zu nehmen. Wer gemeinsam etwas aufbauen will, muss mit ihm sprechen. Erst dann können aus verschiedenen Stimmen ein gemeinsames Lied und aus einzelnen Händen ein gemeinsames Werk werden.




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