Haben KI-Künstler keine Menschenrechte?

Da wird heute immer wieder darüber diskutiert, ob die Künstliche Intelligenz eines Tages die Menschen ersetzen könnte.

Ob die KI selbstständig denken, handeln und vielleicht sogar eigene Rechte beanspruchen könnte.

Dabei wird eine viel naheliegendere Frage gerne übersehen:

Was ist eigentlich mit den Rechten jener Menschen, die heute bereits mit Künstlicher Intelligenz arbeiten?

Denn eines sollte doch gerade für uns Christen selbstverständlich sein:

1. Mose 1,27: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.“

Nicht die Maschine. Nicht den Computer. Nicht das Werkzeug.

Den Menschen!

Und dieser Mensch besitzt seine Würde nicht deshalb, weil er mit einem Pinsel malt, mit einer Schreibmaschine schreibt oder mit einer Gitarre komponiert.

Sondern weil er Mensch ist.

Nun erleben wir allerdings, dass Menschen, die mit KI arbeiten, immer wieder ihre künstlerischen Leistungen abgesprochen werden.

Da heißt es dann:

Das hat doch die KI gemacht!

Als wäre der Mensch, der die Idee hatte, der den Text schrieb, der die musikalischen Vorgaben entwickelte und das Ergebnis gestaltete, plötzlich überhaupt nicht mehr vorhanden.

Und genau hier beginnt für mich ein christliches Problem.

Denn wer die Arbeit eines Menschen grundsätzlich nicht mehr anerkennen will, nur weil dieser ein bestimmtes Werkzeug verwendet, der stellt auch die Achtung vor diesem Menschen infrage.

Natürlich darf man Kunst kritisieren.

Natürlich darf man ein Musikstück schlecht finden.

Und selbstverständlich darf man darüber diskutieren, welche Auswirkungen Künstliche Intelligenz auf unsere Gesellschaft haben wird.

Aber darf man deshalb den Menschen hinter einem Werk einfach ausblenden?

Die Bibel sagt uns:

Lukas 10,7: „Denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert.“

Das ist ein bemerkenswerter Satz.

Denn Jesus spricht hier von der Würde und dem Anspruch des arbeitenden Menschen auf seinen Lebensunterhalt.

Nicht davon, welche Werkzeuge dieser Mensch verwenden darf.

Und auch der Apostel Paulus schreibt:

1. Korinther 10,31: „Ob ihr nun esset oder trinket oder was ihr tut, so tut es alles zu Gottes Ehre.“

Was ihr tut!

Nicht: Mit welchen technischen Hilfsmitteln ihr es tut.

Wenn also ein Mensch mit KI Musik schafft, Bücher schreibt oder Bilder gestaltet, dann sollte zunächst einmal gefragt werden, welche eigene Leistung dieser Mensch erbracht hat.

Und nicht, wie man ihm seine Leistung möglichst schnell absprechen kann.

Dabei geht es keineswegs darum, dass jedes KI-Ergebnis automatisch urheberrechtlich geschützt sein müsste.

Es geht um etwas Grundsätzlicheres.

Um die Würde des arbeitenden Menschen.

Und damit auch um die Frage, ob wir als christliche Gesellschaft bereit sind, Menschen zu respektieren, deren Arbeitsweise uns vielleicht ungewohnt erscheint.

Denn die christliche Nächstenliebe endet doch nicht dort, wo jemand einen Computer einschaltet.

Jesus lehrt uns:

Matthäus 7,12: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch.“

Würden wir wollen, dass uns jemand unsere Arbeit abspricht?

Dass unsere Ideen nicht mehr zählen?

Dass wir allein aufgrund unserer Arbeitsmittel nicht mehr als Künstler anerkannt werden?

Wohl kaum.

Und deshalb stellt sich für mich inzwischen auch eine gesellschaftspolitische Frage:

Brauchen Künstler, die mit KI arbeiten, eine eigene Interessenvertretung, die für ihre Anerkennung, ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten und ihre bestehenden Rechte eintritt?

Vielleicht ist es tatsächlich an der Zeit, darüber nachzudenken.

Nicht, weil die KI Menschenrechte bräuchte.

Sondern weil die Menschen, die mit KI arbeiten, ihre Menschenrechte nicht verlieren.

Und weil eine christliche Gesellschaft nicht danach fragen sollte, mit welchem Werkzeug ein Mensch arbeitet, bevor sie bereit ist, ihn als Mitmenschen zu achten.

Denn nicht das Werkzeug trägt die Menschenwürde. Sondern der Mensch.

Und so lautet meine heutige Frage:

Ist es nicht gerade unsere christliche Verantwortung, auch für die Würde und die Rechte jener Künstler einzutreten, die mit Künstlicher Intelligenz arbeiten?

Was meint Ihr?

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About OM-Pastor Hans-Georg Peitl

.) Herausgeber des Liberalen Boten .) ist Bundesvorsitzender der Plattform Obdachlose (PO) .) Präsident des Plattform Obdachlose - Presseclubs (POP) .) Seniorpastor der Living hands .) Rektor des Instituts Für Christliche Forschung (IFCF) Sitz: Haskovo/Bulgarien .) Autor zahlreicher Freimaurer-Bücher
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