Radio Roshen, die christliche Verkündigung und die Frage nach dem tatsächlichen Erfolg.
Da habe ich doch am heutigen Tag eine erfreuliche Zusendung erhalten, liebe Freunde: Unser christlicher Internetradiosender Radio Roshen wurde nunmehr auch in das Radioverzeichnis SoundNode aufgenommen.
Damit ist Radio Roshen nicht nur über TuneIn, Radio Garden, radio.net, radio.at, Ting FM, Worldwide Radio und zahlreiche weitere Plattformen zu finden, sondern jetzt auch über SoundNode.
Und ich habe mir gedacht: Eigentlich ist das eine wunderbare Sache!
Auch wenn es vielleicht nicht jeder versteht. Und auch wenn ich dadurch noch weniger weiß, wie viele Menschen uns tatsächlich hören.
Denn eines erscheint mir aus christlicher Sicht vollkommen in Ordnung.
Schließlich lautet unser Auftrag nicht, möglichst beeindruckende Statistiken zu produzieren, sondern das Evangelium zu verkünden.
In Markus 16,15 lesen wir:
„Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“
Und genau dazu konnten wir mit der Aufnahme in ein weiteres internationales Radioverzeichnis wieder einen kleinen Beitrag leisten.
Wie viele Menschen hörten Jesus wirklich zu?
Unsere Kritiker werfen uns gelegentlich vor, dass wir nicht genau wissen, wie viele Hörer Radio Roshen tatsächlich erreicht.
Und ganz ehrlich, liebe Freunde: Sie haben sogar recht!
Wir wissen es nicht.
Aber ich frage mich: Hat Jesus eigentlich gewusst, wie viele Menschen ihm tatsächlich zuhörten?
Die Bibel berichtet von der Speisung der Fünftausend. Eine gewaltige Menschenmenge war versammelt.
Nur: Wie viele davon hörten seine Botschaft wirklich? Wie viele verstanden sie? Wie viele gingen anschließend nach Hause und änderten ihr Leben?
Darüber erfahren wir erstaunlich wenig.
Und auch bei Paulus stellt sich mir diese Frage.
Er reiste von Gemeinde zu Gemeinde, predigte, schrieb Briefe und verbreitete seine Botschaft über weite Teile der damaligen Welt.
Aber wusste Paulus, wie viele Menschen seine Worte letztlich erreichten?
Wusste er, wie oft seine Briefe vorgelesen, abgeschrieben und weitergegeben wurden?
Wohl kaum.
Von Billy Graham bis zur Crystal Cathedral
Und selbst in der modernen Geschichte der christlichen Verkündigung stellt sich dieselbe Frage.
Nehmen wir Billy Graham, dessen Evangelisationsveranstaltungen ganze Stadien füllten.
Natürlich konnte man die Besucher zählen. Man konnte feststellen, wie viele Menschen gekommen waren.
Aber konnte man auch feststellen, wie viele tatsächlich zuhörten? Wie viele seine Botschaft verstanden? Und bei wie vielen sie noch Jahre später etwas bewirkte?
Oder denken wir an Joyce Meyer, die Radio und Fernsehen für ihre Verkündigung nutzte.
An Robert Schuller, der mit seiner Crystal Cathedral und seinen Fernsehsendungen ein internationales Publikum erreichte.
Auch hier konnte man Einschaltquoten erheben und Reichweiten schätzen.
Aber was sagen diese Zahlen über die tatsächliche Wirkung einer Predigt aus?
Und was ist mit den Büchern?
Einer meiner liebsten christlichen Philosophen ist C. S. Lewis.
Er nutzte unter anderem das Medium Buch, um seine Gedanken über Gott, den Glauben und das Christentum zu verbreiten.
Und damit kommen wir zu einer weiteren interessanten Frage.
Ein Buch wird verkauft.
Gut. Dann wissen wir, dass ein Exemplar verkauft wurde.
Aber was geschieht anschließend?
Vielleicht liest es der Käufer. Vielleicht gibt er es seiner Frau. Vielleicht leiht er es einem Freund. Vielleicht landet es in einer Bibliothek, wo es über Jahrzehnte von zahlreichen Menschen gelesen wird.
Wie viele Menschen hat dieses eine Buch dann erreicht?
Zehn? Hundert? Vielleicht noch mehr?
Die Verkaufsstatistik kann uns darüber keine vollständige Auskunft geben.
Und selbst wenn wir wüssten, wie viele Menschen das Buch gelesen haben, wüssten wir noch lange nicht, was es in ihnen ausgelöst hat.
Ist Reichweite überhaupt messbar?
Natürlich sind Statistiken nicht grundsätzlich schlecht.
Auch ich freue mich, wenn ich sehe, dass unsere Internetseiten besucht werden, unsere Musik gehört wird oder neue Menschen Radio Roshen entdecken.
Und selbstverständlich sind solche Zahlen für die technische und wirtschaftliche Planung eines Medienunternehmens interessant.
Aber wir sollten einen wesentlichen Unterschied nicht vergessen:
Reichweite ist nicht dasselbe wie Wirkung.
Ein Radiosender kann tausend Hörer haben, die nebenbei Musik hören, ohne sich mit den Texten zu beschäftigen.
Ein anderer Sender erreicht vielleicht nur zehn Menschen, von denen einer durch eine Predigt beginnt, sein ganzes Leben zu überdenken.
Welcher Sender war nun erfolgreicher?
Der mit tausend Hörern?
Oder jener, dessen Botschaft bei einem einzigen Menschen tatsächlich etwas verändert hat?
Aus wirtschaftlicher Sicht mag die Antwort eindeutig erscheinen.
Aus christlicher Sicht ist sie es keineswegs.
Radio Roshen und der Auftrag zur Verkündigung
Und genau deshalb freue ich mich über jede weitere Plattform, auf der Radio Roshen zu finden ist.
Nicht, weil ich anschließend behaupten könnte, wieder tausend oder zehntausend Hörer gewonnen zu haben.
Das könnte ich nämlich gar nicht belegen.
Sondern weil damit eine weitere Möglichkeit entstanden ist, unsere christliche Botschaft zu hören.
Vielleicht entdeckt uns jemand über TuneIn.
Vielleicht über Radio Garden.
Vielleicht über radio.net, Ting FM oder jetzt über SoundNode.
Vielleicht hört jemand nur ein einziges Lied. Vielleicht eine Predigt. Vielleicht bleibt jemand über Stunden bei unserem Programm.
Und vielleicht schaltet jemand nach wenigen Sekunden wieder ab.
All das gehört zur Wirklichkeit eines Radiosenders.
Wir können die Voraussetzungen schaffen, damit unsere Botschaft möglichst vielen Menschen zugänglich wird.
Aber wir können nicht bestimmen, wer zuhört, wer versteht und wer sich davon berühren lässt.
Vielleicht ist es sogar gut, nicht alles zu wissen
Und damit komme ich zu einer Überlegung, die mir persönlich immer wichtiger erscheint.
Vielleicht ist es gar nicht unsere Aufgabe, den Erfolg jeder christlichen Verkündigung bis auf den letzten Zuhörer nachzuweisen.
Vielleicht besteht unsere Aufgabe schlicht darin, das zu tun, wozu wir aufgerufen wurden.
Zu verkünden.
Zu erklären.
Zum Nachdenken anzuregen.
Und Menschen die Möglichkeit zu geben, sich selbst mit dem Evangelium auseinanderzusetzen.
Denn eines sollten wir nicht vergessen:
Jesus hat seinen Jüngern nicht aufgetragen, möglichst hohe Einschaltquoten zu erreichen.
Er hat ihnen aufgetragen, in alle Welt zu gehen und das Evangelium zu verkünden.
Und genau daran möchte ich mich auch mit Radio Roshen orientieren.
Wir werden daher weiterhin versuchen, auf möglichst vielen Plattformen vertreten zu sein. Nicht um mit Zahlen zu prahlen, sondern um möglichst vielen Menschen die Gelegenheit zu geben, unsere Sendungen zu entdecken.
Ob daraus zehn, hundert oder tausend neue Hörer entstehen, werden wir vielleicht niemals vollständig erfahren.
Und ob unsere Botschaft einen Menschen erreicht, der sie gerade dringend benötigt, lässt sich ohnehin nicht an einem Besucherzähler ablesen.
Nein, liebe Freunde, wie viele Menschen man wirklich erreicht, das weiß man nie.
Ich auch nicht.
Und vielleicht ist dies auch ganz gut so!
Hans-Georg Peitl
Liberaler Bote – Christlich. Philosophisch. Investigativ.
7. November 2026




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