Wenn Gott dem Menschen Werkzeuge gibt

Immer wieder begegnet uns bei künstlicher Intelligenz eine merkwürdige Vorstellung:

Wer ein technisches Werkzeug verwendet, habe das Ergebnis nicht mehr selbst geschaffen.

Bei Musik heißt es dann schnell:

„Das hat doch die KI gemacht.“

Als Christen könnten wir die Frage allerdings noch etwas grundsätzlicher stellen:

Woher kommen eigentlich menschliche Kreativität, Begabung und die Fähigkeit, Werkzeuge zu entwickeln und einzusetzen?

Die Bibel kennt darauf eine bemerkenswerte Antwort.

Gott gab Bezalel Weisheit und Können

Als die Stiftshütte gebaut werden sollte, sagte JHWH über Bezalel:

„Ich habe ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, mit Weisheit, Verstand und Erkenntnis und mit allerlei Geschicklichkeit.“

So lesen wir es in 2. Mose 31,3.

Bezalel konnte deshalb kunstvoll mit Gold, Silber, Bronze, Holz und anderen Materialien arbeiten.

Doch Gott baute die Stiftshütte nicht einfach selbst.

Er gab einem Menschen Fähigkeiten.

Der Mensch bekam Materialien.

Er benutzte Werkzeuge.

Und daraus entstand ein Werk.

Niemand würde deshalb sagen:

„Bezalel hat gar nichts gemacht. Das war schließlich nur sein Werkzeug.“

Ein Werkzeug bleibt ein Werkzeug

Vielleicht hilft uns dieses biblische Bild auch beim Umgang mit moderner Technik.

Eine Gitarre schreibt keinen Song.

Ein Mikrofon singt kein Lied.

Ein Mischpult entscheidet nicht, welche Botschaft ein Stück haben soll.

Und auch künstliche Intelligenz muss nicht automatisch zum eigentlichen Schöpfer eines Werkes werden.

Sie kann Werkzeug sein.

Natürlich ist KI ein ungewöhnlich mächtiges Werkzeug. Sie kann Vorschläge machen, Stimmen erzeugen, arrangieren und vorhandene Ideen überraschend weit ausarbeiten.

Aber auch dann bleibt die Frage:

Wer bestimmt, was entstehen soll?

Zwei verschiedene KI-Systeme – eine musikalische Handschrift

Genau das erleben wir derzeit bei unserer eigenen Musik.

Lange haben wir mit Suno gearbeitet. Heute entsteht vieles mit ACE.

Es sind unterschiedliche Systeme.

Trotzdem klingt unsere Musik weiterhin erstaunlich ähnlich.

Warum?

Weil sich zwar das Werkzeug geändert hat, aber nicht zwangsläufig die musikalische Vorstellung dahinter.

Akkorde, Texte, Stilrichtungen, Stimmen, Aufbau und Aussage werden weiterhin vorgegeben und anschließend bearbeitet.

Und gerade unsere christlichen Texte entstehen nicht deshalb, weil eine Maschine plötzlich beschlossen hätte, von Gott zu erzählen.

Wir wollen von Gott erzählen.

Die Technik hilft uns dabei, daraus Musik zu machen.

Aber wem gehört dann die Ehre?

Für einen Christen führt die Frage noch einen Schritt weiter.

Wenn ich glaube, dass meine Fähigkeiten letztlich von Gott kommen, kann ich auch bei einem vollständig ohne KI geschriebenen Lied nicht behaupten:

„Das habe ausschließlich ich aus mir selbst geschaffen.“

Paulus fragt in 1. Korinther 4,7:

„Was hast du, das du nicht empfangen hast?“

Das betrifft den Gitarristen genauso wie den Programmierer.

Den Sänger genauso wie den Texter.

Und vielleicht irgendwann auch den Menschen, der mit künstlicher Intelligenz arbeitet.

Wir müssen KI deshalb weder vergöttern noch verteufeln.

Wir sollten lernen, sie einzuordnen.

Der Mensch kann Werkzeug sein.
Die Gitarre kann Werkzeug sein.
Der Computer kann Werkzeug sein.
Und auch KI kann Werkzeug sein.

Entscheidend ist, wofür wir unsere Möglichkeiten einsetzen.

Denn ein Werkzeug beantwortet eine Frage nicht:

Wem soll das Werk dienen?

Diese Entscheidung bleibt bei uns.

Und als Christen dürfen wir darauf eine ziemlich alte Antwort geben:

„Nicht uns, JHWH, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre.“

Psalm 115,1.

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About OM-Pastor Hans-Georg Peitl

.) Herausgeber des Liberalen Boten .) ist Bundesvorsitzender der Plattform Obdachlose (PO) .) Präsident des Plattform Obdachlose - Presseclubs (POP) .) Seniorpastor der Living hands .) Rektor des Instituts Für Christliche Forschung (IFCF) Sitz: Haskovo/Bulgarien .) Autor zahlreicher Freimaurer-Bücher
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