Während meiner Bibelschulzeit beschäftigte mich immer wieder derselbe Gedanke. Ich hätte gerne vorne an der Tribüne gestanden und den Menschen von meinem Glauben erzählt. Doch gleichzeitig hatte ich Angst davor. Deshalb betete ich über längere Zeit, Gott möge mir ein Zeichen geben.
Und dieses Zeichen kam – allerdings ganz anders, als ich es erwartet hatte.
Eines Tages erzählte uns Peter Wiegand aus seinem eigenen Leben. Er berichtete, dass er früher Manager gewesen sei. Als er einmal durch das Ennstal fuhr, habe er eine alte, verfallene Burg gesehen und gedacht: „Was für ein wunderbares Evangelisationszentrum!“
Damals hielt er sehr viel von sich selbst. Er beschrieb es später so, als hätte er sich für eine „Eins“ gehalten. Doch gerade deshalb verlief die erste Zeit von Schloss Klaus alles andere als einfach. Er erkannte darin Gottes Antwort: „Wenn du schon eine Eins bist, dann brauchst du mich ja gar nicht.“
Schließlich kam der Moment, an dem das ganze Projekt beinahe scheiterte. In dieser Krise begriff er etwas Entscheidendes: Aus eigener Kraft war er keine Eins – sondern eine Null.
Und genau das war der Augenblick, an dem Gott handeln konnte.
Peter Wiegand erzählte mit einem Lächeln: „Gott freute sich. Denn wenn du eine Null bist, kann ich eine Eins davor setzen – und schon wird aus der Null eine Zehn.“
Später fügte er sogar hinzu, heute wisse er, dass er eigentlich eine Doppelnull sei. Doch auch das ändere nichts daran, dass Gott aus einem Menschen weit mehr machen könne, als dieser jemals aus eigener Kraft erreichen würde.
Diese Geschichte hat mich damals tief bewegt. Sie nahm mir nach und nach die Angst, vor Menschen zu sprechen. Was damals nur ein Wunsch war, wurde im Laufe der Jahre zu meiner eigentlichen Aufgabe. Heute darf ich täglich Menschen über Radio, Internet und soziale Medien von meinem Glauben erzählen.
Vielleicht liegt gerade darin eine wichtige geistliche Erkenntnis: Gott sucht nicht zuerst die Menschen, die sich selbst für stark halten. Er kann besonders dann wirken, wenn wir ehrlich zugeben, dass wir ihn brauchen.
Denn aus einer Null kann Gott mehr machen, als wir uns jemals vorstellen könnten.










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