Die Schulden erlassen?

Es ist überraschend, wenn wir im Lukasevangelium, Kapitel 16, die Verse 1 bis 9 lesen. Dort lädt ein unehrlicher Verwalter, nachdem seine Machenschaften aufgedeckt wurden, die Schuldner seines Herrn ein und reduziert ihre Schulden.

Ein ungewöhnlicher Gedanke – und doch einer, der zum Nachdenken anregt.

Wenn wir ehrlich sind, würden sich viele Menschen wünschen, dass auch Staaten Wege finden, ihre Schuldenlast zu verringern oder gemeinsam mit ihren Gläubigern tragfähige Lösungen zu suchen.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stellt sich die Frage, ob es immer nur einen einzigen Weg gibt, eine Schuldenkrise zu bewältigen. In der Privatwirtschaft kommt es immer wieder zu Umschuldungen, Vergleichen oder teilweisen Schuldenerlassen, wenn ein Unternehmen seine Verpflichtungen nicht mehr erfüllen kann.

Bei Staaten scheint diese Diskussion oft deutlich schwieriger zu sein. Statt über unterschiedliche Lösungswege zu sprechen, entsteht manchmal der Eindruck, als gäbe es nur einen einzigen Ausweg aus einer wirtschaftlichen Krise.

Müsste man deshalb nicht auch darüber nachdenken, ob es andere Möglichkeiten gibt? Etwa Verhandlungen mit Gläubigern, Schuldenrestrukturierungen oder neue wirtschaftspolitische Konzepte?

Das Gleichnis Jesu beantwortet diese Fragen nicht direkt. Es regt jedoch dazu an, über den Umgang mit Schulden, Verantwortung und wirtschaftlichen Lösungen nachzudenken.

Wie seht Ihr das? Sollte es für Staaten mehr Möglichkeiten zum Schuldenausgleich geben, oder ist der derzeitige Weg der richtige?

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War Maria Magdalena Jesu Frau?

Verbote, die es in Wahrheit gar nicht gibt?

vor 2 Minuten

Für die Living Hands ist diese Frage keine Spekulation, sondern eine Konsequenz unseres Bibelverständnisses.

Während viele Kirchen davon ausgehen, dass Jesus unverheiratet gewesen sei, sehen wir dafür keine biblische Grundlage. Im Gegenteil: Nach unserer Überzeugung ergibt das Gesamtzeugnis der Bibel nur dann ein schlüssiges Bild, wenn Maria Magdalena die Ehefrau Jesu war.

Bereits Paulus beschreibt die Voraussetzungen für einen Gemeindeleiter:

1. Timotheus 3,2–4:
„Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, besonnen, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat, in aller Ehrbarkeit.“

Für uns ist diese Aussage eindeutig. Paulus beschreibt den christlichen Gemeindeleiter als Familienvater. Das passt auch zu Petrus, von dem die Evangelien ausdrücklich berichten, dass er verheiratet war. Jesus selbst hätte nach unserem Verständnis kaum das Vorbild aller Gemeindeleiter sein können, wenn er den Maßstab, den Paulus beschreibt, selbst nicht erfüllt hätte.

Hinzu kommt die außergewöhnliche Stellung Maria Magdalenas.

Sie wird in den Evangelien immer wieder an entscheidenden Stellen genannt. Sie steht unter dem Kreuz. Sie ist bei der Grablegung anwesend. Sie gehört zu den ersten am Grab. Teilweise wird sie sogar vor anderen Personen genannt. Für die Living Hands ist das kein Zufall.

Nach unserem Verständnis entspricht ihre Rolle der jüdischen Tradition, nach der die Ehefrau bei den Vorgängen rund um Bestattung und Grab eine besondere Stellung einnahm. Dass Maria Magdalena gerade dort so deutlich hervortritt, verstehen wir deshalb als weiteren Hinweis auf ihre Ehe mit Jesus.

Besonders wichtig ist für uns auch der zweite Johannesbrief:

2. Johannes 1–4:
„Der Älteste an die auserwählte Herrin und ihre Kinder, die ich lieb habe in der Wahrheit … Ich habe mich sehr gefreut, dass ich unter deinen Kindern solche gefunden habe, die in der Wahrheit wandeln, nach dem Gebot, das wir vom Vater empfangen haben.“

Die Living Hands verstehen die „auserwählte Herrin“ als Maria Magdalena. Die Erwähnung ihrer Kinder sehen wir als Hinweis auf die Familie Jesu. Für uns fügt sich auch diese Stelle in das biblische Gesamtbild ein.

Deshalb vertreten wir die Auffassung, dass Maria Magdalena die Ehefrau Jesu war.

Die Living Hands verstehen sich als eine konsequent bibelorientierte christliche Gemeinschaft. Maßstab für unsere Lehre ist ausschließlich die Heilige Schrift. Deshalb können wir zahlreiche Lehren der römisch-katholischen Kirche – darunter den verpflichtenden Zölibat und die daraus folgenden theologischen Schlussfolgerungen – nicht nachvollziehen und halten sie für Irrlehren, weil wir dafür keine Grundlage in der Bibel sehen.

Gerade den verpflichtenden Zölibat betrachten wir als eine spätere kirchliche Entwicklung, die nach unserer Überzeugung dem neutestamentlichen Bild der Gemeindeleitung widerspricht. Dass Petrus verheiratet war und Paulus verheiratete Bischöfe beschreibt, zeigt für uns deutlich, dass Ehe und geistliche Leitungsverantwortung im Urchristentum selbstverständlich zusammengehörten.

Für die Living Hands bleibt deshalb die Schlussfolgerung eindeutig: Jesus war verheiratet. Seine Ehefrau war Maria Magdalena.

Wenn der Artikel in der Jachwe erscheinen soll, würde ich als Schluss noch ergänzen:

„Prüft alles und behaltet das Gute.“ (1. Thessalonicher 5,21)

Denn genau dazu möchten wir unsere Leser ermutigen: die Heilige Schrift selbst zu lesen und ihre Schlussfolgerungen nicht allein aus späteren kirchlichen Traditionen abzuleiten.

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Gibt es für Christen eine Pension?

Vor kurzem fragte mich jemand, warum ich nicht langsam in Pension gehe.

Ich hätte doch lange genug gekämpft. Wahlantritte, erfolgreiche Petitionen, Bücher, Radio, Musik und viele andere Projekte – irgendwann müsse doch einmal Schluss sein.

Ich musste über diese Frage nachdenken.

Dann fiel mir das Gleichnis vom reichen Kornbauern ein.

Lukas 12,16–21

„Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Land hatte gut getragen. … Und er sprach zu seiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Und wem wird dann gehören, was du bereitet hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“

Dieses Gleichnis wird oft auf materiellen Reichtum bezogen.

Ich frage mich aber, ob darin nicht noch ein weiterer Gedanke steckt.

Der reiche Kornbauer beschließt nicht nur, seine Ernte zu verwalten. Er beschließt auch, sich zur Ruhe zu setzen. Er sagt sinngemäß: Jetzt habe ich genug getan. Jetzt kann ich es mir gemütlich machen.

Genau darin sehe ich persönlich die Gefahr.

Nicht im Verwalten dessen, was Gott einem anvertraut hat, sondern in der Haltung, dass der eigene Auftrag nun beendet sei.

Augustinus wird der Satz zugeschrieben:

„Dein Leben sei ein Gebet. Bete ohne Unterlass.“

Das erinnert an die Aufforderung des Apostels Paulus:

„Betet ohne Unterlass.“ (1. Thessalonicher 5,17)

Für mich bedeutet das: Solange Gott mir Kraft schenkt, gibt es auch Aufgaben. Vielleicht verändern sie sich im Laufe des Lebens. Vielleicht werden sie kleiner oder sehen anders aus. Aber der Dienst an Gott endet nicht mit einem bestimmten Alter.

Deshalb fällt mir der Gedanke an eine „geistliche Pension“ schwer.

Wie seht Ihr das?

Hat ein Christ irgendwann seinen Auftrag erfüllt und darf sich vollständig zur Ruhe setzen? Oder begleitet uns der Ruf Gottes, ihm zu dienen, unser ganzes Leben lang?

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Glaubten die Menschen zur Zeit Jesu an eine Wiederkehr Verstorbener?

Es gibt Bibelstellen, die man schon oft gelesen hat und deren eigentliche Brisanz einem erst später bewusst wird. Eine solche Stelle finden wir im Lukasevangelium.

Lukas 9,18–20

Jesus befindet sich im Gebet. Nicht vor einer Menschenmenge, sondern allein. Es ist ein persönliches Gespräch mit Gott. Schon dieser Umstand wirft eine wichtige Frage auf: Zu wem betet Jesus?

Wer davon ausgeht, dass Jesus selbst der allmächtige Gott gewesen wäre, muss erklären, warum Gott überhaupt beten sollte. Der Text zeigt jedenfalls, dass Jesus sich an den Vater wendet. Zwischen dem Betenden und dem, zu dem gebetet wird, besteht also ein Unterschied.

Doch unmittelbar danach stellt Jesus eine Frage, die mindestens ebenso spannend ist:

„Wer, sagen die Leute, dass ich sei?“

Die Antwort der Jünger überrascht.

Lukas 9,19:
„Sie antworteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere aber, du seiest Elia; andere aber, es sei einer der alten Propheten auferstanden.“

Diese Aussagen sollte man nicht vorschnell überlesen.

Die einen hielten Jesus für Johannes den Täufer. Das erscheint zunächst erstaunlich. Johannes und Jesus waren Zeitgenossen. Johannes hatte Jesus sogar getauft. Man sollte daher annehmen, dass es zahlreiche Menschen gab, die beide als unterschiedliche Personen kannten. Dennoch waren manche überzeugt, Jesus sei Johannes.

Andere hielten ihn für Elia. Das ist deshalb interessant, weil Elia nach der biblischen Überlieferung nicht gestorben, sondern von Gott hinweggenommen wurde. Seine Wiederkehr wurde erwartet.

Und wieder andere waren überzeugt, Jesus sei einer der alten Propheten, der zurückgekehrt sei. Genau an dieser Stelle stellt sich eine spannende Frage: Welche Vorstellungen hatten die Menschen damals eigentlich von einer Rückkehr Verstorbener?

Waren diese Menschen der Meinung, dass Verstorbene wieder unter den Lebenden erscheinen konnten? Und wenn ja, wie stellten sie sich das vor?

Der Bibeltext beantwortet diese Fragen nicht. Er berichtet lediglich, dass es Menschen gab, die Jesus tatsächlich für Johannes den Täufer, für Elia oder für einen der alten Propheten hielten. Allein diese Tatsache ist bemerkenswert und regt zum Nachdenken an.

Dann richtet Jesus dieselbe Frage an seine Jünger.

Lukas 9,20:
„Er aber sprach zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christus Gottes!“

Auch diese Antwort verdient Beachtung.

Petrus sagt nicht: „Du bist Gott“, sondern: „Du bist der Christus Gottes.“

Das Wort „Christus“ bedeutet „der Gesalbte“. Gemeint ist der von Gott eingesetzte Messias, der verheißene König, den Gott für sein Volk bestimmt hat.

Gerade deshalb lohnt es sich, diese wenigen Verse sorgfältig zu lesen. Sie zeigen einerseits, welche unterschiedlichen Vorstellungen die Menschen über Jesus hatten. Andererseits machen sie deutlich, wie Petrus Jesus verstand.

Vielleicht liegt gerade darin eine wichtige Lektion. Die Bibel lädt uns immer wieder dazu ein, genau hinzusehen, Fragen zu stellen und den Text aufmerksam zu lesen. Denn oft sind es nur wenige Verse, die eine ganze Reihe neuer Gedanken eröffnen.

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Hatte Jesus einen eigenen Willen?

Eine Frage, die in der christlichen Theologie immer wieder diskutiert wird, lautet: Hatte Jesus einen eigenen Willen, oder war sein Wille vollständig mit dem des Vaters identisch?

Eine bemerkenswerte Bibelstelle finden wir im Garten Gethsemane:

Lukas 22,42:
„Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“

Für mich zeigt dieser Vers deutlich, dass Jesus zwischen seinem eigenen Wunsch und dem Willen des Vaters unterscheidet. Er bittet darum, den Leidensweg nicht gehen zu müssen, entscheidet sich aber bewusst für den Gehorsam gegenüber Gott.

Gerade dieser Gehorsam macht ihn nach meinem Verständnis nicht geringer, sondern offenbart seine Größe.

Jesus bezeichnet sich selbst als den verheißenen Messias:

Johannes 4,25–26:
„Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet.“

Nach seiner Auferstehung wird er von Gott erhöht:

Apostelgeschichte 5,31:
„Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht zum Fürsten und Heiland, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben.“

Dabei fällt auf, dass die Bibel zuvor vom Teufel als dem „Fürsten dieser Welt“ und sogar als dem „Gott dieser Welt“ spricht:

Johannes 14,30:
„Denn es kommt der Fürst dieser Welt. Er hat keine Macht über mich.“

2. Korinther 4,4:
„…den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat…“

Gleichzeitig kündigt Jesus an:

Johannes 12,31:
„Jetzt ergeht das Gericht über diese Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgestoßen werden.“

Nach meinem Verständnis entsteht daraus ein bemerkenswertes Bild: Der bisherige Fürst dieser Welt verliert seine Stellung, und Gott setzt Jesus als neuen Fürsten und Heiland ein. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass Jesus nicht eigenmächtig handelt, sondern vollkommen dem Willen des Vaters gehorsam bleibt.

Paulus beschreibt dies so:

Philipper 2,8:
„Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.“

Gerade dieser Gehorsam zeigt für mich die Größe Jesu. Nicht darin, dass er keinen eigenen Willen gehabt hätte, sondern darin, dass er seinen Willen freiwillig dem Willen Gottes unterordnete.

Vielleicht liegt gerade darin eine wichtige Botschaft für Christen heute: Nachfolge bedeutet nicht, keinen eigenen Willen zu besitzen. Nachfolge bedeutet vielmehr, den eigenen Willen immer wieder an Gottes Willen auszurichten – so, wie Jesus es selbst vorgelebt hat.

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Die Bibel ist TRUE

Zu der Erkenntnis, dass die Bibel wahr ist, kam ich nicht über Nacht. Es war ein langer Weg.

Einen entscheidenden Anstoß erhielt ich während meiner Bibelschulzeit in Schloss Klaus. Peter Wiegand nahm bei einer Klausur die Bibel in die Hand, ließ sie auf den Boden fallen, hob sie anschließend sorgfältig wieder auf, wischte den Staub ab und sagte:

„Entweder ist alles, was in diesem Buch steht, wahr. Dann halten wir die faszinierendste Geschichte aller Zeiten in den Händen. Oder sie ist nicht wahr – dann können wir sie genauso gut dem Feuer übergeben.“

Dieser Gedanke hat mich nie wieder losgelassen.

Ich beschloss deshalb, die Bibel genau unter dieser Prämisse zu prüfen: Entweder ist sie vollständig wahr, oder sie ist wertlos.

Ganz ehrlich: Am Anfang hätte ich sie lieber dem Feuer übergeben. Das hätte vieles einfacher gemacht.

Doch je intensiver ich sie las und prüfte, desto mehr stellte ich fest, dass zwischen dem, was viele Kirchen lehren, und dem, was tatsächlich in der Bibel steht, oft ein erheblicher Unterschied besteht. Nicht die Bibel erwies sich als problematisch, sondern häufig unsere Auslegung.

Heute bin ich überzeugt, dass die Bibel wahr ist. Mehr noch: Ich bin überzeugt, dass sie auch der Logik eines Informatikers standhält.

Allerdings nur unter einer Voraussetzung:

Man muss bereit sein zu lesen, was tatsächlich dort steht – und nicht nur das, was man seit Generationen darüber erzählt.

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Auf globale Verfolgung hinweisen?

Immer wieder erleben wir, dass ganze Menschengruppen über einen Kamm geschoren werden. Da heißt es plötzlich: „Die Zuwanderer sind …“, „Die Muslime sind …“, „Die KI-Produzenten sind …“.

Schon wenn ein Satz mit „Alle sind …“ beginnt, sollten bei uns die Alarmglocken läuten. Denn keine Menschengruppe ist in sich vollkommen gleich. Es gibt überall unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Überzeugungen und unterschiedliche Lebensweisen.

Die Bibel zeigt uns immer wieder, wohin pauschale Verurteilungen führen können. Nicht der Einzelne wird mehr betrachtet, sondern eine ganze Gruppe wird zum Feindbild erklärt. Genau dadurch entstehen Ausgrenzung, Hass und schließlich Verfolgung.

Auch Jesus blieb davon nicht verschont. Schon als kleines Kind musste er mit Maria und Josef fliehen.

Mt 2,13:
„Als sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir’s sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen.“

Die Geschichte zeigt, dass Verfolgung nicht erst mit Gewalt beginnt. Oft beginnt sie viel früher – dort, wo Menschen nicht mehr als einzelne Persönlichkeiten gesehen werden, sondern nur noch als Teil einer Gruppe, über die pauschal geurteilt wird.

Deshalb sollten Christen aufmerksam sein, wenn ganze Bevölkerungsgruppen verurteilt oder ausgegrenzt werden. Das bedeutet nicht, dass man Kritik an einzelnen Menschen oder konkreten Taten unterlassen soll. Kritik ist notwendig und manchmal sogar geboten. Aber sie muss sich auf das Verhalten einzelner oder auf konkrete Sachverhalte beziehen – nicht auf Millionen Menschen zugleich.

Jesus hat uns gelehrt, gerecht zu urteilen. Gerechtigkeit beginnt dort, wo wir den einzelnen Menschen sehen und nicht das Vorurteil.

Darum stellt sich die Frage: Sollen wir schweigen, wenn wir erleben, dass Menschen pauschal verurteilt werden? Oder ist es gerade unsere Aufgabe als Christen, rechtzeitig darauf hinzuweisen, damit aus Vorurteilen keine Ausgrenzung und aus Ausgrenzung keine Verfolgung wird?

Vielleicht ist genau das eine Aufgabe der Christen in unserer Zeit: Nicht Hass zu schüren, sondern Brücken zu bauen. Nicht Menschen in Gruppen einzuteilen, sondern sie als Geschöpfe Gottes zu sehen.

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