Wenn Menschen auf Menschen treten, die schon am Boden liegen

Es gibt so Momente im Leben, Freunde, in denen erinnert man sich an die schwärzesten Augenblicke des eigenen Lebens.

An einen Augenblick, in dem man bereits in einer U-Bahn-Station sitzt und darüber nachdenkt, unter die nächste U-Bahn zu springen.

Und sich dann doch noch für eine andere Möglichkeit entscheidet:

Die Rettung anzurufen.

Danach verbringt man einige Zeit in psychiatrischen Krankenhäusern. Denn dort nimmt man es glücklicherweise ziemlich ernst, wenn ein Mensch darüber nachdenkt, seinem Leben ein Ende zu setzen.

Warum erzähle ich euch das?

Weil man manchmal im Leben Menschen begegnet, die man unheimlich achtet – und irgendwann erfährt, dass auch sie schon einmal ganz unten angekommen waren. Vielleicht sogar an einem Punkt, an dem es um Leben und Tod ging.

Und plötzlich versteht man manches anders.

Vor allem aber beginnt man sich zu fragen, was eigentlich in Menschen vorgeht, die auf jemanden, der ohnehin schon einmal beinahe zerbrochen wäre, immer weiter eintreten.

Die Gerüchte verbreiten.

Geschichten erfinden.

Anschuldigungen in die Welt setzen.

Und dem Betroffenen damit immer wieder vermitteln: Du bekommst keine zweite Chance. Egal, was du tust. Egal, wie sehr du versuchst, wieder auf die Beine zu kommen.

Dabei sollte eigentlich genau das Gegenteil selbstverständlich sein.

Wer weiß, dass ein Mensch bereits einmal suizidgefährdet war, müsste besonders vorsichtig mit ihm umgehen. Nicht aus Mitleid. Und schon gar nicht deshalb, weil dieser Mensch deshalb niemals mehr kritisiert werden dürfte.

Sondern aus einem ganz einfachen Grund:

Weil Worte Folgen haben können.

Natürlich darf Fehlverhalten angesprochen werden. Natürlich darf über bekannte Menschen berichtet werden. Und selbstverständlich bedeutet eine psychische Krise nicht, dass ein Mensch außerhalb jeder Kritik steht.

Aber zwischen Kritik und systematischer Vernichtung eines Menschen liegt ein gewaltiger Unterschied.

Wer unbelegte Geschichten verbreitet, einen Menschen öffentlich demütigt oder ihm nach einem schweren Zusammenbruch jede Möglichkeit nimmt, wieder Fuß zu fassen, sollte sich zumindest einmal fragen:

Was passiert eigentlich, wenn dieser Mensch daran erneut zerbricht?

Kann man anschließend wirklich sagen:

Damit hatte ich nichts zu tun?

Ich weiß aus meinem eigenen Leben, wie dünn die Wand manchmal sein kann.

Ich saß selbst einmal dort.

Ich hatte bereits den Ort erreicht.

Und ich überlegte nur noch, welche der beiden Möglichkeiten ich wählen sollte.

Ich entschied mich für die Rettung.

Andere Menschen treffen vielleicht eine andere Entscheidung.

Und genau deshalb sollten wir uns niemals daran beteiligen, einen Menschen, der gerade versucht wieder aufzustehen, erneut zu Boden zu schlagen.

Denn eine Gesellschaft zeigt ihren Charakter nicht daran, wie sie mit den Erfolgreichen umgeht.

Sondern daran, ob sie einem Menschen, der einmal ganz unten war, erlaubt, wieder aufzustehen.

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Das Reich Gottes – wirklich nur im Himmel?

Gestern hat mich doch tatsächlich jemand gefragt, wie ich auf die Idee komme, das Reich Gottes als etwas Weltliches zu verstehen.

Ich musste schmunzeln und habe geantwortet:

Vieles in der Bibel kann man unterschiedlich auslegen. Es gibt Stellen, über die man diskutieren kann. Aber gerade die Prophetien darüber, wer Jesus sein soll, sind erstaunlich eindeutig.

Bereits dem Priester Zacharias wird durch einen Engel angekündigt, welche Aufgabe sein Sohn Johannes der Täufer haben wird:

Lukas 1,17

„Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.“

Johannes soll also einem König den Weg bereiten. Nicht einer Philosophie. Nicht einer neuen Religion. Sondern einem Herrscher, für den ein Volk vorbereitet wird.

Noch deutlicher wird es bei der Geburt Jesu.

Der Engel verkündet den Hirten:

Lukas 2,10–11

„Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

Christus bedeutet der Gesalbte. Im Alten Testament wurden Könige gesalbt. Und der Hinweis auf die Stadt Davids macht noch deutlicher, worum es geht: Jesus wird als der verheißene Nachfolger Davids angekündigt – als der König, den Israel erwartete.

Wenn Johannes also einem König den Weg bereitet und Jesus als der verheißene König angekündigt wird, warum behaupten dann so viele Menschen, das Reich Gottes habe mit dieser Welt nichts zu tun?

Hat Gott etwa einen König gesandt, damit dieser über gar kein Reich herrscht?

Oder liegt es nicht viel näher, dass das Reich Gottes tatsächlich Gottes Herrschaft auf Erden meint – ein Reich, das seinen Ursprung bei Gott hat, aber diese Welt verändern soll?

Für mich spricht die Bibel an dieser Stelle eine erstaunlich klare Sprache. Nicht Menschen haben Jesus den Titel „König“ gegeben, sondern bereits die Engel kündigten ihn als den verheißenen Christus an.

Was meinst Du?

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Kann man das Vaterunser glauben?

Nein, ich meine nicht nur beten. Ich meine: Kann man das Vaterunser tatsächlich glauben?

Ich erlebe immer wieder Menschen, die das Vaterunser auswendig kennen und regelmäßig beten. Fragt man sie anschließend jedoch, was sie gerade gebetet haben, werden zentrale Aussagen plötzlich relativiert oder sogar bestritten.

Jesus lehrt:

Matthäus 6,9–10:
„Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“

Nun frage ich mich:

Wenn wir beten: „Dein Reich komme“, warum behaupten dann manche gleichzeitig, das Reich Gottes habe nichts mit dieser Welt zu tun oder könne gar nicht kommen?

Wenn Jesus seine Jünger lehrt, um das Kommen des Reiches Gottes zu beten, dann setzt das doch voraus, dass dieses Reich eine Bedeutung hat und dass sein Kommen etwas Reales ist.

Warum sollten wir sonst darum bitten?

Oder ist das Vaterunser für viele Menschen nur noch ein Mantra geworden, dessen Worte zwar gesprochen, aber nicht mehr ernst genommen werden?

Natürlich kann man darüber diskutieren, was Jesus mit dem Reich Gottes genau meinte. Darüber wird seit Jahrhunderten nachgedacht. Aber gerade deshalb sollten wir die Frage nicht vorschnell beiseiteschieben.

Was ist das Reich Gottes?

Wie kommt es?

Und was bedeutet es, wenn wir jeden Tag beten: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“

Vielleicht sollten wir das Vaterunser nicht nur beten, sondern den Mut haben, seinen Worten wirklich zu glauben – und uns zu fragen, welche Konsequenzen das für unser Leben und unseren Glauben hat.

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Vertrauen oder Kontrolle?

von Hans-Georg Peitl

Einmal ehrlich, Freunde.

Eine Beziehung lebt nicht davon, dass zwei Menschen ständig kontrollieren, was der andere tut.

Sie lebt davon, dass zwei Menschen einander vertrauen.

Misstrauen ist wie Rost. Es beginnt oft ganz klein. Ein Verdacht. Eine Vermutung. Ein falscher Gedanke.

Doch wenn man ihn pflegt, frisst er sich langsam durch die ganze Beziehung.

Irgendwann glaubt man nicht mehr dem Menschen, sondern nur noch den eigenen Befürchtungen.

Dann wird aus jedem Telefonat eine Affäre.

Aus jeder Reise ein Fluchtversuch.

Aus jedem neuen Namen ein Seitensprung.

Und irgendwann stellt sich eine ganz einfache Frage:

Wie soll Liebe wachsen, wenn Vertrauen nicht mehr existiert?

Die Bibel beschreibt die Liebe anders:

„Die Liebe glaubt alles, hofft alles, erträgt alles.“ (1. Korinther 13)

Das bedeutet nicht, naiv zu sein.

Aber es bedeutet, dem Menschen, den man liebt, zunächst Vertrauen zu schenken.

Denn ohne Vertrauen wird jede Beziehung zu einem Verhör.

Mit Vertrauen kann sie zu einem Zuhause werden.

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Jachwe – Verfolgung als Zeichen?

Irgendwie würde ich mir Sorgen machen, liebe Freunde, wenn meine Worte niemals Widerspruch hervorrufen würden. Denn wo eine Botschaft Menschen zum Nachdenken bringt, entstehen oft auch unterschiedliche Meinungen.

Für Christen ist Verfolgung deshalb nicht etwas, das man suchen sollte. Sie kann aber ein Zeichen dafür sein, dass man für seinen Glauben einsteht und nicht einfach jedem nach dem Mund redet.

Jesus sagte:

„Freut euch und jubelt, denn euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.“
(Matthäus 5,12)

Ob es mir persönlich gelingt, über Verfolgung zu jubeln? Das ist eine gute Frage. Ich glaube, das fällt den wenigsten Menschen leicht.

Aber eines macht mir dieser Vers deutlich: Wenn ein Christ wegen seines Glaubens oder seiner Überzeugung Gegenwind erlebt, muss das nicht bedeuten, dass er auf dem falschen Weg ist. Schon die Propheten und auch Jesus selbst erfuhren Widerspruch.

Natürlich ist nicht jede Kritik automatisch eine Auszeichnung. Jeder von uns sollte bereit sein, sein eigenes Verhalten zu prüfen. Doch wenn wir nach bestem Wissen und Gewissen der Wahrheit folgen und gerade deshalb auf Ablehnung stoßen, brauchen wir uns nicht entmutigen zu lassen.

Wie seht ihr das?

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Erst Tee trinken

Manchmal führt uns das Leben auf Wege, die wir niemals geplant hätten.

Da begegnet man einem Menschen am anderen Ende der Welt. Man spricht miteinander. Man entdeckt gemeinsame Interessen, einen ähnlichen Musikgeschmack und stellt fest, dass beide sogar mit derselben KI komponieren.

Und plötzlich entsteht das Gefühl, dass da etwas Besonderes sein könnte.

Doch was macht man in so einem Moment?

Ich glaube, weder Euphorie noch Misstrauen sind gute Ratgeber.

Die Bibel kennt viele Begegnungen, die klein begonnen haben. Abraham wusste nicht, wohin sein Weg führen würde. Ruth wusste nicht, was ihre Entscheidung einmal bedeuten würde. Die Jünger wussten nicht, wohin die Nachfolge Jesu sie führen würde.

Sie alle hatten eines gemeinsam: Sie gingen Schritt für Schritt.

Vielleicht sollten wir Menschen das wieder mehr lernen.

Nicht jede Begegnung muss sofort eingeordnet werden. Nicht jede Sympathie ist gleich eine Lebensentscheidung. Manchmal genügt es, den anderen einfach kennenzulernen und abzuwarten, wohin der Weg führt.

Die Chinesen verbinden mit einer Tasse Tee oft Ruhe und Gelassenheit.

Vielleicht ist das gar kein schlechter Rat.

Erst einmal Tee trinken.

Und dann sehen, was Gott aus einer Begegnung macht.

Denn manche Geschichten beginnen nicht mit einem großen Plan, sondern mit einem einfachen Gespräch.

Und manchmal zeigt erst die Zeit, welche Bedeutung eine Begegnung wirklich hatte.

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Warum gerade Gethsemane?

Was man sich beim Geschehen in Gethsemane fragen sollte.

Warum glaubte Petrus gerade in Gethsemane noch, den Kampf gegen die Hinrichtung Jesu gewinnen zu können – im Hof des Hohepriesters aber nicht mehr? Ich weiß es nicht.

Als die Tempelwachen Jesus festnehmen wollen, zieht Petrus sein Schwert und schlägt dem Knecht des Hohepriesters das rechte Ohr ab.

Johannes 18,10-11:
Da hatte Simon Petrus ein Schwert; er zog es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. Der Knecht aber hieß Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?

In diesem Augenblick scheint Petrus noch überzeugt zu sein, dass Widerstand möglich ist. Vielleicht hoffte er sogar, Jesus befreien zu können. Doch nur kurze Zeit später ist von diesem Mut nichts mehr zu sehen.

Im Hof des Hohepriesters verleugnet Petrus seinen Herrn gleich dreimal.

Lukas 22,61-62:
Und der Herr wandte sich um und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.

Was mag in diesen wenigen Minuten geschehen sein? War es die Erkenntnis, dass Jesus sich bewusst nicht verteidigen wollte? War es die Übermacht der Tempelwachen? Oder begann Petrus erst jetzt zu begreifen, dass Gottes Plan nicht durch das Schwert, sondern durch das Opfer Jesu erfüllt werden sollte?

Interessant ist, dass Petrus später wieder vollkommen verändert auftritt. Aus dem Verleugner wird der mutige Zeuge Christi.

Apostelgeschichte 2,14:
Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen…

Und wenig später bekennt er mutig vor dem Hohen Rat:

Apostelgeschichte 4,19-20:
Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Denn wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.

Der Weg des Petrus führt also vom entschlossenen Kämpfer zum Verleugner – und schließlich zum furchtlosen Verkündiger des Evangeliums.

Gerade deshalb lohnt sich die Frage:

Warum war Gethsemane der Wendepunkt? Was erkannte Petrus in diesen wenigen Augenblicken, das sein Leben für immer veränderte?

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